Erst wenn man in den Katalogen der Reedereien stöbert, entdeckt man die Angaben zu den «freiwilligen» Trinkgeldern. Und auch nur so findet man heraus, dass die empfohlenen Ansätze aufgeschlagen haben offiziell kommuniziert wird dies kaum. Konkret: Die RCL-Reedereien Royal Caribbean Int. und Celebrity haben ihre Trinkgeld-«Empfehlung» in diesem Jahr von bisher EUR 8 auf EUR 9 erhöht.
Diese Anpassung entspreche den im Markt üblichen Ansätzen, kommentiert man bei RCL auf Anfrage. Und: Die Trinkgelder werden zwar dem Bordkonto belastet, doch der Gast könne sie beim Guest Service Desk löschen oder selber definieren.
Veränderungen gibt es auch bei Costa: Bisher wurden je nach Cruise-Revier drei Empfehlungen angegeben; im neuen Katalog ist nun eine Tabelle mit total 38 (!) unterschiedlichen Trinkgeld-Beträgen aufgeführt je nach Schiff, Revier und Daten. Damit biete man eine grössere Transparenz, hält man bei Costa dazu fest. Zugleich wurde der Ansatz für das weitaus populärste Revier Mittelmeer fast durchwegs von EUR 7 auf EUR 8 angehoben. Wenn der Gast begründete Service-Mängel bei der Réception melde, entfalle das Serviceentgelt, heisst es im Costa-Katalog.
Eine Erhöhung des Service-Entgelts im Mittelmeer von bisher EUR 7 auf EUR 8.50 steht auch bei MSC ab der Saison 2014/15 an, ebenso in Südamerika. Auch hier wird die erste Erhöhung innert drei Jahren mit der Marktentwicklung begründet. MSC unterstreicht zudem klar, dass Trinkgelder nicht obligatorisch seien und allenfalls von der Bordrechnung gestrichen werden könnten. Deshalb sei es auch nicht möglich, die Trinkgelder in den Endpreis zu inkludieren eine Massnahme, die von anderen Reedereien aber zunehmend umgesetzt wird.



