CX: Verlust trotz mehr Umsatz und Kapazitäten (Ausgabe 2008-38)

Der neue Schalensitz in der Economy Class von Cathay Pacific kommt bei den Passagieren gut an.

Im letzten Jahr erzielte die Cathay Pacific Airways Gruppe (inkl. die
100%ige Tochter Dragon Air) einen Gewinn von 900 Mio. US-Dollar. Im
ersten Halbjahr 2008 weist die in Hongkong beheimatete Gruppe einen
Verlust von 85 Mio. US-Dollar aus. Als Grund gibt André Gantner, in der
Schweiz für den Passagenverkauf des Offline-Carrier verantwortlich, die
massiv gestiegenen Treibstoffkosten an: «Unser Treibstoffzuschlag muss
von der Regierung für jeweils drei Monate genehmigt werden. Diese denkt
im Sinne der Konsumenten, deshalb liegen unsere Zuschläge rund 30 bis
50% unter jenen der Mitbewerber. Trotz 22% mehr Umsatz – ein Drittel
des Umsatzes erzielen wir mit der Fracht – schreiben wir Verlust. Die
Kosten, nicht der Umsatz und nicht die Nachfrage sind das Problem.»

Oneworld-Mitglied Cathay Pacific hat reagiert, die Profitabilität jeder
Strecke analysiert und auf einigen Strecken die Kapazitäten und/oder
Rotationen reduziert, wie etwa von Hongkong nach Los Angeles oder
Vancouver, wo die Maschinen bei gleichem Treibstoffzuschlag etliche
Stunden mehr in der Luft sind als auf anderen Strecken.

Mit den frei gewordenen Kapazitäten werden die Frequenzen auf stark
nachgefragten Routen erhöht, so etwa nach Auckland. «Es gibt keine
Destination, die wir ganz eingestellt haben. Wir haben unser Angebot an
Sitzkilometern in diesem Jahr sogar um 13% ausgebaut», so Gantner. Auf
der Strecke Hongkong–Hanoi operiert neu Dragon Air anstelle von CX, die
dafür die Flüge von Vietnam Airlines innerhalb eines Codeshares
anbieten kann, dies mit guten Anschlüssen an die CX-Europaflüge. Durch
diesen VN-Codeshare kann Hanoi von Hongkong aus nun auch innerhalb des
Oneworld «around the world-Tickets» angeboten werden.

Kaum Sorgen bereitet Gantner der Schweizer Markt: «2007 war ein sehr
gutes Jahr mit einem Umsatzplus von fast 9%. Auch 2008 sieht gut aus,
obwohl wir aufgrund der wirtschaftlichen Situation für das zweite
Halbjahr eine etwas verhaltenere Nachfrage für die Business Class
feststellen müssen. Die Economy Class hingegen läuft sehr gut. Zu etwa
je der Hälfte erzielen wir unseren Umsatz in der Economy Class bzw. im
Front-End-Bereich mit Business und First Class. Ein Grossteil unserer
Kunden sind Geschäftsreisende, dies dank der guten Zusammenarbeit mit
den Commercial-Büros. Rund 95% der Verkäufe erfolgen über die
Reisebranche.»

Bei den im Markt Schweiz gefragtesten Destinationen liegt Hongkong noch
immer an erster Stelle, gefolgt von Australien, Vietnam und den
Philippinen. Dank den guten Verbindungen nach China – vor allem mit
Dragon Air – steigt auch die Nachfrage nach Zielen in Südchina.

Von Europa (Frankfurt, London, Amsterdam, Rom und Paris) bietet CX
wöchentlich 62 Flüge nach Hongkong mit guten Beyond-Verbindungen an. In
China fliegt CX Peking und Shanghai mit eigenen Maschinen an, 17
weitere Verbindungen werden durch Dragon Air abgedeckt, die Strecke
Hongkong–Shanghai 17 Mal täglich.

Seit diesem Jahr und noch bis 2010 wird das neue Inflight-Produkt in
First, Business und Economy Class implementiert. Zuerst sind alle B-747
an der Reihe, danach die Airbus A340. Einige Flüge zwischen Europa und
Hongkong – speziell ab London und Frankfurt – sind bereits mit den
neuen Sitzen ausgestattet, wie Gantner ausführt. Grösste Innovation
dabei ist sicherlich der neue Schalensitz in der Economy Class. Um den
Kontakt zur Reisebranche weiter zu intensivieren und vor allem das neue
Produkt zu präsentieren, wird CX am Asia Workshop teilnehmen. Weitere
Aktivitäten sind Werbemassnahmen, Newsletter, Studienreisen und Events
für die Reisebranche.

Urs Hirt