Sie haben seit Anfang Jahr den Chefposten bei Team Reisen inne. In welchem Zustand haben Sie den Veranstalter übernommen?
In einem guten Zustand. Die Reisemarken Nature Team und Ayurveda Team entwickelten sich in den letzten Jahren sehr gut. Auch konnten wir mit der Vertretung von Wikinger Reisen einen schönen Zuwachs generieren. Die Lage bei Desert Team bleibt durch die politischen Unsicherheiten in den Sahara-Gebieten schwierig.
Wie hat sich diese Nachfolgeregelung ergeben?
Seit der schrittweisen Übernahme durch Globetrotter war klar, dass Christian Burkhardt als CEO zurücktreten wird. Vor etwa einem Jahr hat er mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, diesen Posten zu übernehmen. Da ich nicht der typische «Karriere-mensch» bin, musste ich mir das genau überlegen. Nach einem langen Gespräch mit André Lüthi (CEO Globe-trotter Group) und Ruedi Bless (VR Team Reisen / CEO Globetrotter Tours) spürte ich das grosse Vertrauen in meine Person.
Welche Auswirkungen hat die Einbindung in die Globetrotter-Gruppe auf Ihre Arbeit?
Wir sind nach wie vor eine eigenständige Firma und treffen eigenständige Entscheidungen. Trotzdem sehe ich viele Vorteile. Alle Partner der Gruppe vertreten die gleiche Philosophie, was zu einem interessanten Austausch führt. Natürlich werden auch Synergien genutzt, etwa bei der Buchhaltung. Auch haben wir mit den Büros von Globetrotter Travel Service einen weiteren Vertriebskanal, der sehr gut zu uns passt.
Eines Ihrer Standbeine ist Desert Team. Sehr viele Wüsten liegen momentan in Problemregionen. Wie kann Desert Team noch arbeiten?
Tatsächlich bereitet uns das Desert Team am meisten Sorgen. Wenn ich zurückschaue, was für tolle Destinationen wir noch vor fünf oder zehn Jahren anbieten konnten, stimmt mich das traurig. Die klassischen Länder für Kameltrekkings wie Algerien, Libyen, Mali, Niger und zurzeit auch Ägypten fallen weg.
Inwiefern können Ihre anderen Marken diese Delle ausgleichen?
Beim Ayurveda Team und vor allem beim Nature Team konnten wir in den letzten Jahren schöne Zuwächse generieren und somit den Umsatzrückgang bei Desert Team kompensieren. Deshalb investieren wir einen grossen Teil unserer Arbeit in diese zwei Marken. Den Anteil an Ayurvedakunden konnten wir auf 20% steigern, und Nature Team hat mit einem Anteil von 45% die Hauptrolle übernommen. Die Vertretung von Wikinger Reisen macht einen Anteil von 20% aus. Desert Team, das früher mehr als 50% unseres Umsatzes ausmachte, kommt noch auf 15%.



