Die Explosion eines Triebwerks an einem Airbus A380 der australischen Qantas hat weltweit für Schlagzeilen gesorgt und den Mega-Jumbo, aber insbesondere den Triebwerkhersteller Rolls-Royce, in ein schlechtes Licht gerückt. Ist der A380 ein sicheres Flugzeug? Das war und ist eine oft gestellte Frage.
Fakt ist, dass das Versagen einer Turbinenscheibe nach zu hoher Drehzahl während des Steigfluges schwere Schäden an den Systemen und an der Flügelstruktur des Mega-Jumbos verursacht hat. Die Ursache hängt nach ersten Erkenntnissen mit einem möglichen Fertigungsproblem im Bereich der Ölversorgung der Hochdruck- und Mitteldruckturbine einiger Triebwerke zusammen. Dadurch entstehe die Gefahr von Ermüdungsbrüchen, Ölverlusten und Ölbränden, hielt die australische Untersuchungsbehörde fest.
Fakt ist ebenso, dass es der Crew gelungen ist, den stark beschädigten A380 zu stabilisieren und kontrolliert zu landen. Keine einzige Person kam dabei zu Schaden. Das spricht einerseits für die Konstruktion des Riesenvogels, für die gute Ausbildung der Piloten, andererseits aber auch für die strikten Vorschriften bei der Zulassung neuer Flugzeuge. Und etwas Glück war wohl auch dabei.
Allen voran Rolls-Royce, aber auch Airbus und die A380-Betreiber ziehen nun ihre Lehren aus diesem Vorfall. Rolls-Royce hat alles Interesse daran, dass sein A380-Triebwerk einwandfrei läuft. Denn der A380 kann auch mit Motoren von Engine Alliance angetrieben werden. Emirates und Air France setzen auf diese Triebwerke der Konkurrenz.
Die Inbetriebnahme eines neuen Flugzeugtyps ist immer mit «Kinderkrankheiten» verbunden. Beim A380 ist man sicherlich in vielen Bereichen an die vertretbaren und risikoanalysierten Limiten gegangen. Muss man auch, um 570 Tonnen in die Luft zu bringen. Doch die Zulassungsverfahren für neue Jets sind heute derart umfangreich Boeing kann ihr Lied mit der 787 singen , dass darauf vertraut werden darf, dass von den europäischen und amerikanischen Sicherheitsbehörden zertifizierte Flugzeuge auch sicher sind. Singapore Airlines hat wegen des Qantas-Zwischenfalls keine einzige Annullation auf dem A380-Flug ab Zürich erhalten. Die Passagiere sind nach wie vor begeistert vom Mega-Jumbo.



