Der EuroAirport wird attraktiver (Ausgabe 2007-14)

Norman C. Bandi über den Flughafen Basel-Mulhouse-Freiburg

Seit drei Jahren geht es mit dem EuroAirport kontinuierlich aufwärts. Das Tal nach 9/11 und Swissair-Grounding ist überstanden. Wer hätte das nach 2003 gedacht? Damals hat der Flughafen Basel-Mulhouse-Freiburg seinen Tiefpunkt erreicht, als die Passagierzahl unter 2,5 Millionen gefallen ist. Damals war aber schon ein 350-Millionen-Franken-Ausbau im Gang, aufgrund dessen man heute über eine 8-Millionen-Passagier-Kapazität pro Jahr verfügt. Die Hälfte davon wurde 2006 erstmals geschafft.

Drei Faktoren haben wesentlich zur Erstarkung beigetragen: 1. Das Team des EuroAirport, das seit September 2002 von Jürg Rämi geführt wird – sie haben neue Airlines nach Basel geholt. 2. Die Basis von Easyjet, die seit Juni 2005 in Betrieb ist – fast jeder zweite Passagier fliegt heute mit dem Low Cost Carrier. 3. Das Comeback von Swiss, die seit Januar 2007 ihr Angebot von vier auf zehn Ziele ausgebaut hat – nach dem Ende des EuroCross von Crossair hatte man sich auf Zürich konzentriert. All dies hat zu Gunsten des Point-to-Point-Verkehrs zum Schwund des Umsteigeverkehrs geführt.

Im letzten Jahr gab es neben dem Passagierrekord eine andere Erfolgsmeldung: Entgegen dem ausgebauten Flugplan haben sich die Flugbewegungen nicht erhöht. Der Wert stagnierte bei rund 80000 – zum Wohle der Anwohner. Früher waren es über 120000. Dies hat zwei Hauptgründe: Einerseits ist die Grösse der Flugzeuge mit über 100 Sitzen im Schnitt massiv gewachsen, andererseits ist die Auslastung der Maschinen dank günstigerer Tarifkonzepte besser geworden – zum Wohle der Kunden.

Drei Visionen zur Steigerung der Attraktivität gibt es: 1. Der Bahnanschluss von Basel an den Flughafen – immerhin ist das Terrain reserviert, noch ist der Auftrag nicht erteilt. 2. Die Langstrecke soll wieder belebt werden – erste Priorität haben Pharma-Flüge in die USA, noch ist nichts spruchreif. 3. Easyjet soll mit Ryanair direkte Konkurrenz erhalten – Gespräche sind weiter im Gang, noch ist nichts spruchreif.

Für dieses Jahr hat man ein Wachstum von 8% auf 4,35 Millionen Passagiere budgetiert – dies soll ebenfalls dank günstigeren Leistungen erreicht werden. Einen Beleg dafür liefern die per April gesenkten Passagiergebühren. Zusammen mit dem Autobahnanschluss im Juni soll der EuroAirport besonders für Schweizer Kunden attraktiver werden. Der Basler Flughafen denkt dabei übrigens auch ans Zürcher Publikum.