Bereits zum dritten Mal innerhalb von nur vier Jahren haben sich die Stimmberechtigten des Kantons Zürich für «ihren» Flughafen ausgesprochen. Der von 42 Gemeinden und sogar dem Zürcher Kantonsrat unterstützte Bau- und Planungsstopp für den Flughafen wurde mit über 58% abgelehnt. Damit hat der Zürcher Souverän Weitsicht und insbesondere auch Vernunft bewiesen. Denn nach wie vor werden jegliche Veränderungen am Pistensystem eine Volksabstimmung durchlaufen müssen.
Wie geht es weiter? Dank dem klaren Volksentscheid weiss man jetzt auch in Bern, dass die vieldiskutierte Variante «J optimiert» (Verlängerung der Pisten 28 und 32) mehrheitsfähig ist. Sie dürfte damit Eingang in den Sachplan Infrastruktur Luftfahrt haben und dieser kann nach über zehn Jahren Hin und Her endlich auch für den Flughafen Zürich festgesetzt werden. Da die Verhandlungen mit Deutschland nach wie vor stocken, ist wohl in wenigen Jahren mit der nächsten Flughafenabstimmung in Zürich zu rechnen: Dann wird es um die Umsetzung der Variante «J optimiert» gehen, welche Deutschland schont.
«J optimiert» sieht Landungen auf der Piste 28 (Ostanflug) und Starts auf der Piste 32 nach Norden vor. Der grosse Vorteil dabei liegt im kreuzungsfreien Betrieb, welcher die grösstmögliche Sicherheit bietet. Doch ein Nachteil bleibt: Die Piste 28 kann aus topografischen Gründen nur bei relativ guter Bodensicht angeflogen werden. Allwettertauglich sind in Zürich nur die Anflüge aus Norden auf die Pisten 14 und 16. Wenn diese beiden (fast parallelen) Pisten wie ein Parallel-Pistensystem genutzt würden, böte dies bei jedem Wetter wohl die beste Lösung: Landung auf der Piste 14 und Starts auf der Piste 16, aber im Gegensatz zu heute geradeaus oder nach Westen abdrehend. Das wäre «Safety first», ein nur zu gerne (auch von Politikern) zitierter Begriff. Doch beim Flughafen Zürich gilt nach wie vor «Politik zuerst», daran hat auch die Abstimmung vom 27. November (noch) nichts geändert.



