Alles was in der Schweizer Luftfahrt ob zivil oder militärisch Rang und Namen hat, fand sich neulich auf Einladung des Dachverbandes der schweizerischen Luft- und Raumfahrt Aerosuisse im Verkehrshaus Luzern zum Forum der Luftfahrt ein. Das Thema «Perspektiven des Luftverkehrs Risiken und Chance» bot Stoff für interessante Referate und eine engagierte Podiumsdiskussion.
Interessant die Ausführungen von Ulrich Schumann (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) und Detlef Reimers (Airbus). Ihnen zufolge verursacht der Luftverkehr nur 2% der weltweiten CO2-Emissionen. Im Fokus der Klimaforschung stehe aber auch die Stickoxidbelastung und in grossen Höhen trügen die Flugzeuge sogar zu einer Reinigung der Luft bei. Technisch sei noch vieles möglich, doch das werde teuer.
Aus aktuellem Anlass kam die Runde immer wieder auf die Abstimmung zur Plafonierungsinitiative zum Flughafen Zürich zurück. Seco-Direktor Jean-Daniel Gerber unterstrich die Bedeutung der Luftfahrt für die Volkswirtschaft. Zudem seien die deutschen Auflagen aus umweltpolitischer Sicht fragwürdig: «In der Schweiz sind dadurch 210000 Personen von Fluglärm von mehr als 50 Dezibel betroffen, in Deutschland gerade mal 745. Hier wird nicht mit der notwendigen Intensität verhandelt.» Von zu vielen Kompromissen, die nichts bringen, sprach Economiesuisse-Präsident und Nationalrat Gerold Bührer: «Die Wettbewerbsfähigkeit wäre gefährdet, der volkswirtschaftliche Kollateralschaden immens. Die Plafonierungsinitiative richtet ökonomischen Schaden an, ohne ökologisch etwas zu bewirken.»
Europäische oder gar globale Massnahmen zur Klimaverbesserung, wie Kerosinbesteuerung und Einführung von Emissionshandelssystemen, forderte BAZL-Direktor Raymond Cron. Er räumte jedoch Zweifel ein, dies bald erreichen zu können. Aerosuisse-Präsident Paul Kurrus fordert von der Politik die rasche Einführung des «Single European Sky», einer zentralen europäischen Flugsicherung. Damit könnte man 12% der CO2-Emissionen in Europa einsparen.
Etwas Schulterklopfen fehlte nicht, man war ja unter sich. Alle waren sich einig, dass die Luftfahrt in Fragen technischer Verbesserungen zum Klimaschutz die am weitesten fortgeschrittene Industrie sei. Die Entwicklung gehe aber weiter: Politik, Flugsicherung, Airlines, Flugzeug- und Triebwerkhersteller seien gefordert, noch aktiver zu werden.



