Vor drei Wochen erschienen die Resultate zur jährlichen Reisebüroumfrage von CS und SRV. Daraus ging hervor, dass 2006 eine Umsatzsteigerung von knapp 11% gegenüber dem Vorjahr erzielt wurde, und dass die Reisebüros auch 2007 Umsatzsteigerungen erwarten.
Diesen Schluss zementiert die Umfrage bei den «nächstgrösseren Retailketten» hinter Kuoni, Hotelplan und TUI Suisse. Sowohl Knecht Reisen, Globetrotter, STA Travel als auch Reisen TCS vermelden wachsende Umsätze, wenn auch in ungleichem Ausmass.
Interessant: Fragt man nach den Wachstumsgründen, wird vor allem auf interne Faktoren (Stärkung der Marke, mehr Werbung, gute Filialstandorte) hingewiesen, weniger auf übliche Erklärungen wie «gute Wirtschaftslage». Am meisten genannt wird der «human factor», also die (weiter verbesserte) Dienstleistungskultur. Und das Internet ist nicht Bedrohung, sondern bietet zusätzliche Einnahmequellen.
Diese Retailerketten haben ihr Glück in die Hand genommen. Sie haben sich (wieder) klar positioniert, das Internet eingebunden und die Servicequalität verbessert. STA Travel hat eine Rosskur mit Halbierung der Verkaufsstellen hinter sich: Absolut ist der Umsatz eingebrochen, aber die «neue alte» Ausrichtung auf Jugendliche trägt bereits Früchte. Beim TCS ist das Wachstum im Retailing klein, im Gegensatz zum starken Wachstum im Tour Operating. Das hat laut TCS mit nicht vorhersehbaren personellen Problemen sowie einem Rückstand bei der Entwicklung der neuen Tourismus-Webplattform zu tun. Diese dürfte dafür ab 2008 für kräftiges Wachstum sorgen.
Knecht und Globetrotter wachsen bei gleichbleibender Anzahl Verkaufsstellen weiterhin stark. Bei beiden TOs ist der (lukrative) Anteil der Familien und individuell reisenden Best-Agers gewachsen, ebenso der Anteil Repeater. Der prognostizierte Negativeffekt des «ambivalenten, untreuen Kunden» wurde also verhindert.
Wichtig ist nun, «Polster» anzulegen, denn das aktuelle Wachstum kann von unvorhersehbaren Grossereignissen jäh unterbrochen werden.



