Die Mischung macht den Unterschied (Ausgabe 2008-50)

Simon Benz über Helvetic Airways

Ende November wurde Helvetic Airways fünf Jahre alt. Zur Feier des
Tages erhalten nun auch die letzten beiden Maschinen einen neuen
Anstrich – das Magenta hat nun vollends ausgedient. Neben der
Flugschule Horizon, dem Schulflugzeug sowie dem dazu gehörenden
Flugsimulator gehört die Fluggesellschaft Helvetic Airways samt den
vier Fokker 100 zu 100 Prozent der Firma Patinex von Investor Martin
Ebner. Helvetic Airways mietet die vier Flugzeuge bei ihrer Mutter.

Dass sich Helvetic Airways im aktuellen Winterflugplan aus dem
Linienfluggeschäft verabschiedet hat, war eine logische Antwort auf die
hohen Treibstoffpreise des Sommers. Allerdings – und dies sagt auch
Martin Ebner – ist die Art und Weise, wie es kommuniziert,
beziehungsweise, dass es kommuniziert wurde, ein Fehler gewesen.
Anstatt darin die geeigneten Massnahmen gegen die angespannte und
unsichere Situation zu sehen, interpretierte das Gros der Reisebranche
diesen Schritt eher als Hiobsbotschaft denn als geschicktes Manöver. Im
Grunde war es nichts anderes als eine Risikominimierung.

Fakt ist, dass sich Helvetic Airways gar nie längerfristig aus dem
Liniengeschäft zurückziehen wollte. Für Ebner war immer klar, eine
Maschine auf der Linie einzusetzen. Sicher, Helvetic war mit der Swiss
wegen der Übernahme der vierten Fokker in Gesprächen. Wäre dies
zustande gekommen, hätte Ebner eine fünfte Maschine gekauft. Je mehr
Maschinen im Wet-
lease mit Swiss stehen, desto höher ist das gesicherte Einkommen von
Helvetic Airways. Es wäre also durchaus im Sinne der kleinen
Fluggesellschaft, weitere Flugzeuge zu vermieten und in die Dienste von
Swiss zu stellen.

Das System scheint aufzugehen, denn bei Helvetic Airways zählt die
Mischung. Es geht dabei nicht einmal so sehr darum, ein bestimmtes
Verhältnis zu schaffen, denn die Wetlease- und die Linienfliegerei sind
zwei voneinander unabhängig operierende Geschäftsfelder. Helvetic hat
aber auch nicht die Grösse, noch viel mehr Maschinen auf der Linie
einzusetzen. Wichtig ist, dass es eine Mischung gibt. Durch die Flüge
im Dienst von Swiss hat Helvetic Airways die Möglichkeit, ihre
Reputation zu stärken. Mit den Chartern und Teilchartern profiliert sie
sich bei den Veranstaltern aus der Reisebranche, und mit dem
Einzelplatzverkauf auf den Linienflügen kann sich die Airline auch bei
den Endkunden positionieren.