Am 14. Februar 2013 kündigten American Airlines (AA) und US Airways (US) an, dass sie fusionieren wollen. Seit Montag, 9. Dezember 2013, sind sie am Ziel: Mit der neuen «American Airlines Group Inc.» ist die grösste Airline der Welt entstanden. Diese wird mit über 1000 Flugzeugen bis zu 6700 tägliche Flüge zu 330 Destinationen in 54 Ländern anbieten. Kombiniert haben die beiden Airlines 2012 USD 38 Mia. Umsatz eingefahren und 190 Mio. Passagiere befördert.
Der Weg zur Fusion war allerdings steinig: Nebst Auseinandersetzungen von AA mit dem Konkursrichteramt musste das Gespann AA/US auch eine Klage des US-Justizministeriums abwenden, welches die Fusion verhindern wollte. Am 12. November wurde mit dem Justizministerium aussergerichtlich eine Einigung erzielt und am 25. November folgte grünes Licht vom Konkursrichteramt. Dafür mussten AA und US Zugeständnisse machen vor allem durch die Abgabe von Slots an Flughäfen, wo die neue American zu dominant gewesen wäre.
Am Montag sind mit der Fusion bereits arbeitsrechtliche Vereinbarungen (Lohnerhöhungen etc.) in Kraft getreten. Ebenso ist die American Airlines Group neu am NASDAQ Global Select Market kotiert; die Kotierungen von AA und US waren bereits am letzten Freitag aufgelöst worden. Kreditoren der AA-Muttergesellschaft AMR erhielten 72 % des neuen Aktienkapitals, die AMR-Shareholder mindestens 3,5 %. Der Rest ging an bisherige Shareholder von US Airways.
Am selben Tag konnte AA zudem nach über zwei Jahren endlich aus dem Gläubigerschutzprogramm Chapter 11 entlassen werden. Bis die zwei Airlines wie ein Unternehmen auftreten, dürften aber noch Monate vergehen. Was sind die nächsten Schritte?
AA und US operieren am Markt noch wie zwei unabhängige Airlines, bis die US-Luftfahrtbehörde FAA ein «Single Operating Certificate» erteilt (vermutlich gegen Ende 2014).
US Airways verlässt die Star Alliance am 30. März 2014 und tritt tags darauf der Oneworld bei. Ab 31. März, dem Starttag in den Sommerflugplan, ist dann US Airways auch Mitglied im «Atlantic Joint Business» und es treten Codeshares mit British Airways, Iberia, Finnair und Air Berlin in Kraft.
Die Buchungscodes der beiden Airlines werden so bald wie möglich vereinheitlicht, ebenso die Vielfliegerprogramme. Bestehende Meilenguthaben und der Vielflieger-Status werden honoriert.
IT-Angleichung: Noch ist nicht klar, wessen CRS künftig für die fusionierte Airline verwendet wird oder ob es zu einer völligen Neuausstattung bei der IT kommt.
Vereinheitlichen der Regionalflotte: Ob American Eagle (AA) und PSA Airlines sowie Piedmont Airlines (US) unter einer Marke vereinheitlicht werden, ist noch unklar.
Ob am Design von AA festgehalten wird, welches erst im Januar dieses Jahres lanciert wurde, ist unklar. Sicher ist, dass es neue gemeinsame Uniformen geben wird.
Ab dem 7. Januar 2014 treten die Mitarbeitenden von AA und US dann im Verkauf und Marketing aber bereits als eine Firma auf.
Vorerst noch keine grossen Änderungen
«Für die Kunden ändert sich vorerst nichts», hält Markus Boecker (Sales Manager Switzerland, US Airways) im Nachgang zur Fusion fest. Am Montag gab es schon mal eine kleine Fusionsparty mit den Ex-Konkurrenten von American Airlines, danach kam es zu Treffen auf Managementstufe. Operativ ändere sich aber noch nichts.
Auf mögliche Änderungen im Schweizer Markt angesprochen, entgegnet Boecker nur «Wir warten noch ab». Es bleibt vorerst unklar, ob es einen Country Manager gibt oder ob alles von einer ausländischen Zentrale aus geregelt wird. Sicher ist, dass ab dem 7. Januar das «customer facing» als eine Firma durchgezogen wird. Schweizer Agenten dürfen also bald mit Besuchen der Teams von «AA/US» rechnen.
Jean-Claude Raemy



