Easyjet-CEO Carolyn McCall erklärte kürzlich in Genf: «Unser Ziel ist klar, das Produkt zu verbessern nicht in der Luft, aber an den von uns angeflogenen Flughäfen.» Der Service am Boden sei ein Schlüsselelement für die Kundenzufriedenheit; deshalb wurden neulich auch die Verträge mit di-versen Servicegesellschaften an Flughäfen erneuert. «Wir wollen auch die Passagierinformation verbessern», so McCall, «die Passagierzufriedenheit hat für Easyjet oberste Priorität».
Die Probleme mit dem Schnee in ganz Europa, als 130000 Easyjet-Passagiere festsassen darunter 6300 in der Schweiz , haben das Bedürfnis nach Verbesserung von Airport Services und Kommunikation deutlich aufgezeigt.
Trotz der Probleme im Dezember blickt die Fluggesellschaft auf ein gutes Geschäftsjahr in der Schweiz zurück. 2010 wurden in der Schweiz 6,6 Millionen Passagiere befördert, was einem Zuwachs von 13,7% entspricht. In Genf und Basel sei Easyjet Nummer 1 am Platz, mit Marktanteilen von 36% bzw. 45%. Ab Genf wurden 4,3 Mio. Passagiere befördert (+9,3%), ab Basel 1,9 Mio. (+18%). Das heisst, dass auf den drei Strecken, welche ab Zürich angeboten werden (London-Gatwick, London-Luton, Manchester) «nur» rund 400000 Passagiere mitflogen. Auf das Ausbaupotenzial in Zürich angesprochen, meint Thomas Haagensen (Commercial Director Europe North) bloss: «Wir schauen stets, wo es noch Potenzial gibt.» Konkreter sieht es in Genf aus, wo ab Mai ein neues Flugzeug platziert wird und dann neue Strecken nach Santiago de Compostela und Mykonos lanciert werden.
Ein weiterer strategischer Schwerpunkt ist die Stärkung des Angebots für Geschäftsreisende, auch wenn der Fokus der Airlines laut McCall weiterhin deutlich auf Leisure-Reisenden bleibt. Ohne viel Zutun betrage der Anteil Geschäftsreise-Passagiere bei Easyjet derzeit 20%. Laut Haagensen soll nun aber ein spezifisches Angebot für Geschäftsreisende auf die Beine gestellt werden, zudem will Easyjet engere Kontakte mit Grossfirmen sowie mit TMCs knüpfen.
Wesentliche Vorteile für Business-Reisende hat Easyjet nicht im Inflight-Produkt, sondern bei der Flexibilität der Tickets (diese können innerhalb eines Zeitraums von einer Woche vor dem ursprünglich gewählten Abflugdatum bis zu drei Wochen nach diesem Datum geändert werden) und im breiten Netzwerk, welches innerhalb Europas noch ausgebaut werden soll. Zahlreiche Wirtschaftsmetropolen sind ab Genf und Basel mit Hin- und Rückflug am selben Tag erreichbar.
Jean-Claude Raemy



