Sie hatten Anlass zu Erstaunen und Fragen sowie manchem Kalauer
gegeben: Die Anfang dieses Jahres vorgestellten Preisperlen von
Helvetic Tours. Es galt, bei jedem Angebot die ganze Perlenreihe
durchzugehen, um eine eventuell passende zu finden. So war der Kunde
unter Umständen überwältigt von fünf verschiedenen Spezialrabatten mit
verlockenden Ermässigungen im hohen dreistelligen Frankenbereich,
musste bei genauerer Prüfung aber feststellen, dass er zur falschen
Zeit verreisen will, um auch nur in den Genuss eines einzigen zu
kommen.
Vorausgesetzt, der Kunde war gewillt, sich Zeit zu nehmen, um die
Perlen zu untersuchen. Marianne Häuptli, die TO-Chefin von Kuoni
Schweiz, hat im Frühjahr denn auch zugegeben, dass die Wiederverkäufer
dem komplexen Perlensystem durchaus positive Seiten abgewinnen, weil es
die Kunden in die Reisebüros bringe. CEO Stefan Leser sah aber ein,
dass «wir die Reduktionen beim nächsten Mal etwas einfacher gestalten
müssen» (TI Nr. 23 vom 5. Juni 2008).
Der nächste Katalog steht nun vor der Tür, und damit die angekündigte
Vereinfachung. Auf den ersten Blick ersichtlich ist sie nicht, im
Gegenteil, werden doch sogar zusätzliche Perlensorten angekündigt, so
ein Subito-Kinder-Festpreis und eine Single-mit-Kind-Perle. Die
Diversität wird also nicht abnehmen; der Taschenrechner weiterhin
unerlässlich sein. Geringer werden soll die Zahl der Perlen. Durch eine
andere Art der Preiskalkulation sollen künftig auch Spardaten und/oder
Spezialrabatte nicht mehr gehäuft auftreten. Somit entfällt das
Durchforsten mehrerer Ermässigungen derselben Art auf der Suche nach
der zum Reisedatum gehörenden Perle.
Positive Nebenwirkung dieser Massnahme: Weil die Einteilung in Saisons
wegfällt, müssen nicht mehr bis zu 24 Preise in eine Tabelle gequetscht
und mit einer ellenlangen Liste von Zuschlägen ergänzt werden.
Zuschläge wie für Alleinbenützung, Deluxe-Zimmer oder Vollpension
stehen in der Preisbox, in einer Schriftgrösse, die auch ohne
Adleraugen oder Lupe lesbar ist.
Negativ hingegen fällt auf, dass die Flugzuschläge und -ermässigungen
bei der Abflugtabelle gesucht werden müssen, was dauerndes Hin- und
Herblättern im Katalog nötig macht. Vorausgesetzt, der Kunde denkt
überhaupt daran. Sollte er aber, weil der Zuschlag zu Hochsaison-Daten
mehrere Hundert Franken betragen kann, womit ein vermeintliches
Schnäppchen schnell zur Preisfalle wird.



