Eine Selbsthilfegruppe sei es gewesen, meint Daniel Renggli, seit
Januar CEO der Poscom Ferien Holding AG, als 1963 der damalige
Ferienverein mit dem Zweck gegründet wurde, Aktivferien für Mitarbeiter
der PTT zu organisieren. 2006 drohte das Konzept zu scheitern: Mit
einer Über- schuldung über 54 Mio. CHF und operativen Verlusten stand
der Ferienverein kurz vor dem Bankrott.
Ein Rettungspaket wurde geschnürt, im Rahmen dessen der Verein in eine
Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. Teilweise durch Schuldverzicht,
teilweise durch Abzahlung, die mit dem Verkauf mehrerer
Geschäftseinheiten wie Car Rouge an Eurobus oder des Hotels Don Leon
auf Mallorca an Universal Flugreisen ermöglicht wurde, ist die
Aktiengesellschaft heute auf dem Weg zur Gesundung. Weitere Verkäufe
sind gemäss Renggli zurzeit kein Thema.
Wichtigste Geschäftseinheit sind für die Poscom die fünf Schweizer
Hotels. Je ein Hotel an der Costa Brava und auf Sardinien ergänzen das
Portfolio. In erster Linie, um die Auslastung der eigenen Hotels im
Ausland zu verbessern, betreibt die Poscom unter der Marke
«Ferienverein» zudem ein Tour Operating, welches 20% am Gesamtumsatz
ausmacht. In erster Linie werden Pauschalreisen sowie Bike- und
Fitholidays in den eigenen Hotels angeboten, wobei Letztere v.a. die
Auslastung in der Nebensaison sicherstellen sollen.
Selbst- und fremdorganisierte Rund- und Fernreisen sollen die
Kundenbindung der rund 70% Stammkunden weiter stärken. Renggli: «Die
Kundenbindung ist unser grösstes Kapital. Durch den Übergang zur AG
fiel die emotionale und wirtschaftliche Bindung weg, welche wir nun mit
anderen Mitteln aufrechterhalten müssen.»
Beworben werden die Ferienverein-Produkte vor allem über Mailing und
Internet, aber auch über drei eigene Kataloge. Während die Rundreisen
ausschliesslich über den eigenen Vertrieb verkauft werden, finden sich
die Poscom-Hotels im Ausland auch in den Katalogen von Fremdanbietern
wie Kuoni oder Hotelplan.
Michèle Fischer



