Nachdem Emirates den Airbus A380 schon seit Jahren in der Flotte hat, bekommen nun auch Qatar Airways und Etihad Airways dieses Jahr ihre ersten Exemplare dieses Flugzeug-Typs. Wie sich zeigt, bietet der Superjumbo nicht nur Platz für mehr Passagiere als die andern Fluggeräte der Airlines, sondern auch mehr Raum für neue Produktentwicklungen.
Im Nahen Osten nahm Emirates als erste Airline den Airbus A380 in ihre Flotte auf und baute in den vorderen Bereich des Oberdecks zusätzlich zu ihren Private Suites der First Class zwei komplett eingerichtete Badezimmer ein. Und im hinteren Bereich des Oberdecks befindet sich eine Lounge-Bar, die von First- wie auch Business-Class-Gästen genutzt werden kann Snacks und Getränke gibt es hier kostenlos.
Kürzlich präsentierte auch Etihad ihr neues High-End-Konzept und setzt mit «The Residence by Etihad» sogar noch einen oben drauf. Ausschliesslich für den Airbus A380 konzipiert, verfügt die im vorderen Oberdeck gelegene Residence über ein Wohnzimmer, ein separates Schlafzimmer mit Doppelbett sowie ein eigenes Duschbad. Gästen von The Residence steht zudem ein persönlicher Butler zur Verfügung, der an der Londoner Savoy Butler Academy speziell geschult wurde.
Der erste Etihad-A380 wird ab Dezember 2014 nach London-Heathrow eingesetzt. Die Kosten für The Residence belaufen sich auf USD 21000 pro Weg, versteht sich. Dafür werden aber auch (fast) alle Extrawünsche der Gäste erfüllt: von À-la-carte-Gerichten über die Pflegelinie an Bord bis hin zum Lieblings-Champagner. Produkte wie z.B. ein mehrere Tausend Franken teurer Cognac werden jedoch zusätzlich berechnet. Bis Ende 2015 wird Etihad Airways fünf Flugzeuge des Typs in Betrieb haben.
Ebenfalls für den A380 hat Etihad die First Apartments entwickelt. Hierbei handelt es sich um neun private Suiten, die auf dem Oberdeck in einer 1-1-Konfiguration angeordnet sind und über einen separaten Lounge-Liegesitz, ein Bett in voller Länge sowie eine gekühlte Minibar, einen persönlichen Waschtisch und einen Kleiderschrank verfügen. Die First Apartments verfügen über eine 74% grössere Grundfläche als die aktuellen First Class Suites der Airline. Fluggäste der First Class kommen an Bord des Airbus A380 ebenfalls in den exklusiven Genuss eines voll ausgestatteten Duschbads.
Nicht nur im Airbus A380, sondern auch in der Boeing 787 Dreamliner wartet Etihad Airways mit einer Produktneuheit auf. Hier hat die Airline eine erweiterte First Suite entworfen, die zahlreiche neue Features wie z.B. eine gekühlte Minibar bietet. Die acht First Suites sind in einer 1-2-1-Anordnung rund um einen gebogenen Gang angelegt und verfügen über einen grossen Sitz sowie eine Ottomane, die sich in ein Full-Flat-Bett von 205cm Länge umwandeln lässt. Bei den Sitzen im Mittelgang lassen sich die Armlehnen zurückschieben; so können zwei Suiten in eine Einheit mit Doppelbett umgewandelt werden.
Wie auch im Airbus A380 von Emirates Airlines steht den First- und Business-Class-Gästen von Etihad künftig ein bedienter Bar- und Lounge-Bereich zur Verfügung. Dieser liegt bei Etihad zwischen der First und der Business Class.
Nun will Emirates mit einem First-Class-Update nachdoppeln. Wie Hubert Frach (Emirates Devisional Senior Vice President Commercial Operations) gegenüber «Airliners.de» erklärte, werde derzeit unter anderem an einem Bedroom-Konzept gearbeitet. Zwar sind hierzu noch keine Details bekannt, das neue Konzept soll jedoch nicht nur für den A380, sondern auch für die neue Boeing 777X entwickelt werden. Von diesem Flugzeugtyp hat Emirates im Ende 2013 150 Stück bestellt. Tatsache ist also, dass Emirates auch in Zukunft an ihrer First Class festhalten wird.
Im gegensatz dazu verabschiedet sich Qatar Airways zu grossen Teilen von ihrer First Class. Aufgrund sinkender Nachfrage für dieses Segment soll es künftig die First nur noch in der neuen A380-Flotte geben, der neue Sitz wurde an der diesjährigen ITB in Berlin erstmals vorgestellt. Laut der Nachrichtenagentur «Bloomberg» arbeite die Airline nun an einer neuen «Super Business Class», die in den kommenden 24 Monaten eingeführt werden soll.
Die First Class wurde bereits vor Jahren heruntergefahren, so heisst es weiter. Entsprechend wurden die neuen Boeing 787 Dreamliner bereits nur mit zwei Klassen ausgestattet. Da Qatar Airways Zürich mit dem Dreamliner bedient, wird die teilweise Ausmusterung der First Class hierzulande kaum spürbar sein.
Wie der Dreamliner wird auch der Airbus A350, den Qatar Airways als Erstkunde voraussichtlich im vierten Quartal 2014 in die Flotte übernehmen wird, nur mit einer Economy und einer Business Class ausgestattet sein.
Simon Benz



