Die Reisebranche wird auch 2014 viel zu kämpfen haben (Ausgabe 2014-02)

Trotz steigenden Löhnen und relativ stabilen Mitarbeiterzahlen besteht kein Grund zur Euphorie.

TRAVEL INSIDE hat traditionell zum Jahresauftakt die fünf grössten Schweizer Reiseunternehmen zur Entwicklung der Mitarbeiterzahlen sowie der Lohnsumme befragt. Zwei Aspekte stechen hervor: Zum einen scheint die Mitarbeiterzahl im Gegensatz zu den beiden Vorjahren relativ stabil geblieben zu sein, auch wenn Vergleiche aufgrund von Umstrukturierungen und Verkäufen/Akquisitionen schwierig sind. Zum anderen wurde die Gesamtlohnsumme wiederum leicht nach oben angepasst, bzw. es besteht die Absicht, dies noch zu machen.

Sollte man darin einen Hinweis dafür sehen, dass nach turbulenten Jahren etwas Ruhe bei den grossen TOs einkehrt? Nicht unbedingt. Lohnerhöhungen hängen bekanntlich davon ab, wie gut Branchen wirtschaftlich dastehen. Es wird von den TOs aber explizit darauf hingewiesen, dass Lohnerhöhungen in der Regel nur individuell vorgenommen werden. So sind Lohnerhöhungen spezifische Instrumente zur Mitarbeiterbindung und weniger ein Hinweis auf die Gesundung der Branche. Das Nachwuchs- bzw. Nachfolgeproblem der Reisebranche wird nicht geringer, auch wenn die bei den meisten befragten Unternehmen genannten CHF 4000 Mindestlohn durchaus ansehnlich sind und die Reisebranche von den «Tiefstlohnbranchen» etwas abheben. Nicht zuletzt ist zu bedenken, dass die Lohnanhebungen möglicherweise von der Teuerung weggefressen werden. Überdies sind weitere Umstrukturierungen denkbar, was erneut Auswirkungen auf den Mitarbeiterbestand haben könnte.

Noch ist die Branche also nicht aus dem Schneider. Aber immerhin gibt es positive Anhaltspunkte.