Roger Dow, der CEO der U.S. Travel Association, ist ein typischer
US-Manager: Er liebt grosse Auftritte, hat kernige Sprüche ebenso wie
populistische Floskeln parat, und «he gets the job done». Sein
Amtsantritt liegt erst fünf Jahre zurück, und sein damals angekündigtes
Ziel, wieder ein nationales Tourismusmarketing auf die Beine zu
stellen, ist bereits erreicht. Das neue Tourismusförderungsgesetz sieht
die Einrichtung einer gemeinnützigen Gesellschaft vor, deren Aufgabe es
ist, eine landesweite Marketing- und PR-Kampagne zu starten. Die
Annahme des «Travel Promotion Act» zeigt deutlich, dass die
US-Regierung die Wichtigkeit der Reisebranche anerkennt.
Dow kam natürlich entgegen, dass die US-Regierung erkannt hat, dass das
Image der USA in den Bush-Jahren arg ramponiert sehr stark auch
durch Reisende und durch den Empfang dieser Reisenden in den USA
bestimmt wird. Ihm kam auch entgegen, dass die US-Einreisezahlen sich
zwar seit dem Einbruch nach 9/11 gut erholt haben, im Vergleich zu
anderen Destinationen weltweit aber unterdurchschnittlich wachsen. Die
USA haben in den letzten zehn Jahren im weltweiten Tourismusgeschäft
deutlich Marktanteile verloren. Die Quittung für die Abschaffung der
nationalen Tourismusplattform USTTA im Jahr 1997?
Was aus europäischer Sicht zu denken gibt, ist die Einreisegebühr: Die
budgetierten jährlichen 200 Mio. US-Dollar werden zu 50% aus der
Industrie und zu 50% vom Staat getragen. Letzterer hat angekündigt,
seinen 100-Mio.-Beitrag durch eine Einreisegebühr zu finanzieren. Das
US Department of Homeland Security (DHS) wird bestimmen müssen, wie und
wie viel Geld von Einreisenden eingenommen wird. Es dürfte
voraussichtlich so sein, dass die Einreisenden aus Visa-Waiver-Ländern
(also auch Schweizer) online ihre Einreisegebühr bezahlen, z.B.
gleichzeitig mit dem Erlangen der «Electronic Travel Authorization»
(ESTA). Die Rede war oft von 10 Dollar, doch wurde nichts entschieden,
ausser dass es zumindest am Anfang «unterhalb 20 Dollar pro
Einreisenden» sein wird.
Ob Letzteres dem Image der USA förderlich ist, kann man diskutieren.
Fakt ist: Die Einreisegebühr ist in vielen anderen Ländern deutlich
höher, via Visumskosten etc. Sie ist auch nicht so hoch, dass dadurch
Geschäfts- oder Ferienreisende abgeschreckt werden. Wenn alles so
passiert, wie Dow es vorsieht, sind die USA bald wieder ein
touristisches «Powerhouse».



