Easyjet setzt in Zukunft vermehrt auf Geschäftsreisende (Ausgabe 2008-30)

Trotz düsteren Wolken am Billigflieger-Himmel rüstet Easyjet in Basel und Genf mit neuen Verbindungen auf.

Neue Flüge ab Basel-Mulhouse und Genf, verstärktes Marketing im Elsass
und optimale Slots für Geschäftsreisende. So wird das neue
Winterprogramm von Easyjet ab der Schweiz aussehen. An einer
Medienorientierung in Basel präsentierte Thomas Haagensen die künftige
Strategie des Low Cost Carrier. Der seit fünf Monaten als General
Manager für die Schweiz, Österreich und Osteuropa verantwortliche
Haagensen spricht von einer positiven Entwicklung am Euroairport:
«Während der Sommerzeit von Anfang Juli bis Ende August kann Easyjet
mit 385000 Passagieren rechnen, was einer achtprozentigen Steigerung
gegenüber dem gleichen Zeitraum im vergangenen Jahr entspricht. Eine
Entwicklung, die  uns auch für die Zukunft zuversichtlich stimmt.»

Der Easyjet-Winterflugplan umfasst am Euroairport nun 17 Strecken,
wobei London-Gatwick, trotz enorm gestiegener Kerosinkosten, ab CHF
37.95 neu bedient wird und es nach Amsterdam künftig eine zweite
tägliche Frequenz ab CHF 31.95 inklusive aller Steuern und Gebühren
gibt. Während zwischen Zürich und London-Luton weiterhin Rotationen als
Tagesrandverbindungen geflogen werden, kann Genf im kommenden
Winterflugplan der Airline gar mit 30 Verbindungen aufwarten. Ende
Oktober werden Schwedens Hauptstadt Stockholm und die nordenglische
Metropole Manchester von Genf aus neu angeflogen.

Dass gerade mit diesen Destinationen und Tagesrandverbindungen der
Geschäftverkehr verstärkt werden soll, ist für Haagensen ein ganz
klares Ziel. Haagensen: «Nur 22 Prozent der Easyjet-Kunden sind
Passagiere, die geschäftlich unterwegs sind. Das wollen wir ändern.
Hier sehen wir ein Potenzial.» Kein Wunder: An Geschäftskunden verdient
die Airline auch mehr. Sie buchen später und bezahlen deshalb am
meisten. Sie nehmen gerne die kostenpflichtige «Schneller an
Bord»-Zusatzleistung in Anspruch und konsumieren an Bord mehr als
andere Passagiere. Durch die von Easyjet angebotenen Verbindungen mit
Abflug am frühen Morgen und Rückflug am späten Abend offeriert Easyjet
für Geschäftskunden ein perfektes Produkt, so Haagensen.

Das heisst jedoch nicht, dass der Ferienreisende als Kunde nun weniger
gefragt ist. So setzt man im Winter für die Flüge ab London in die
Schweiz auf einen grossen Zuwachs an Wintersport-Touristen aus
Grossbritannien, für die selbst der Euroairport ein prima Gateway sein
soll.

Mehr Aufmerksamkeit will man jetzt auch dem Potenzial an Kunden im
Elsass schenken. Thomas Haagensen spricht von einem zu geringen Anteil
an Passagieren aus Frankreich. Konkret heisst das, dass die Schweizer
auf dem Euroairport 50 Prozent aller Passagiere stellen, die Deutschen
34 Prozent, die Franzosen bis jetzt aber nur 16 Prozent. «Hier liegt
noch grosses Potenzial brach», erklärt Haagensen und meint weiter: «Wir
werden im Elsass eine neue Promotions-Kampagne starten, die bis nach
Strassburg reicht. Sollten wir damit Erfolg haben, werden wir auch
Destinationen wie Bordeaux ins Auge fassen.»    

Konrad Baeschlin