Eigene Produkte über eigene Kanäle: Der Vertrieb wandelt sich (Ausgabe 2012-39)

Der Fremdvertrieb bleibt wichtig, nimmt aber ab.

Wie die Retailer-Umfrage im letzten TI gezeigt hat, machen sich viele Reisebüros Sorgen um die Kommissionen. Welchen Stellenwert hat der Fremdvertrieb noch bei den Veranstaltern?

Natürlich geben alle drei grossen Veranstalter zu Protokoll, dass der Fremdvertrieb nach wie vor einen hohen Stellenwert habe. Kein Geheimnis machen Hotelplan Suisse und Kuoni aber auch daraus, dass man lieber «Klasse statt Masse» hat, sich also auf die Toppartner fokussiert. Der Anteil des Fremdvertriebs liegt sowohl bei den drei grossen TOs als auch bei der TTS-Gruppe zwischen 44% und 50%, nimmt aber in den meisten Fällen stetig ab. 

Auch im Retailing der grossen TOs wird die Strategie der «Controlled Distribution» deutlich. Die Anteile der Eigenprodukte bei den grossen TOs liegen bei 80% oder darüber und sollen weiter erhöht werden.

Bei den TTS-Büros liegt der Anteil der verkauften TTS-Produkte hingegen erst bei 61%. «Der Vorteil der TTS-Büros ist, dass wir den Kunden die gesamte Produkte-palette anbieten können und uns damit von den Grossketten unterscheiden, die vermehrt Einschränkungen vornehmen und damit die neutrale Beratung nicht mehr gewährleisten können», sagt TTS-Geschäftsführer Beat Obrist. Erich Mühlemann (TUI Suisse) relativiert: «Im Vordergrund stehen der generelle Buchungsabschluss und die Kundenzufriedenheit. Aber ja, die Eigenmarken werden klar mit Priorität angeboten. Zudem kommen die meisten Kunden in ein TUI-Reisecenter, um ein TUI-Produkt zu kaufen.»