Gestern wurden sie in der Schweiz also eingeführt, die sogenannten
Preferred Fares von Swiss (LX) und Lufthansa (LH). Im Gegensatz zur
Schweiz leben die Reisebüros in Deutschland bereits seit drei Monaten
mit der neuen Tarifstruktur. Für alle vier, beziehungsweise drei GDS
Amadeus, Sabre, Travelport mit Galileo und Worldspan gibt es eine
Lösung, sodass die Reisebüros die GDS-Gebühren nicht bezahlen müssen
oder sie diese Kosten zurück- erhalten. Allerdings handelt es sich um
Lösungen oder Zwischenlösungen, die nicht oder nur für eine bestimmte
Zeit in Stein gemeisselt sind.
Travelport: Der Marktleader in der Schweiz hat sich mit LX/LH über
einen neuen Vertrag geeinigt. Reisebüros, die mit Galileo oder
Worldspan arbeiten und mit LX/LH den entsprechenden Vertrag eingegangen
sind, haben Zugriff zu den Preferred Fares ohne Gebühren. Der Vertrag
von Travelport mit LX/LH läuft bis 2011.
Sabre: Für Reisebüros, die mit Sabre arbeiten, präsentiert sich die Situation ähnlich. Der
wesentliche Unterschied ist die Vertragsdauer, welche bereits Ende Juni 2009 endet.
Amadeus: Im Gegensatz zu den anderen GDS hat sich Amadeus in
Deutschland mit Abstand Marktführer nicht mit den beiden Airlines
einigen können. Deshalb kommen die GDS-Gebühren von acht Franken pro
Segment, welche die Reisebüros zu berappen haben, zum Einsatz.
Allerdings garantiert Amadeus bis mindestens Ende 2008, den Reisebüros
den vollen Betrag zu vergüten. Was ab Januar 2009 ist, weiss noch
niemand. Es ist aber kaum damit zu rechnen, dass Amadeus den Reisebüros
ab Januar 2009 keine Rückvergütungen mehr gewährt zu gross wäre das
Risiko, irgendwann eben doch Kunden zu verlieren, auch wenn ein
GDS-Wechsel nicht von heute auf morgen passieren kann. Allerdings
kostet diese Lösung Amadeus eine Stange Geld.
Genauso wenig ist damit zu rechnen, dass zu diesem Zeitpunkt eine
gütliche Einigung zwischen den Streitparteien erzielt wird. Die Gangart
zwischen Amadeus und LH immerhin noch Miteigentümer des GDS und einer
der wichtigsten Airline-Kunden ist nach wie vor äusserst ruppig.
Verhandelt wird zwischen Amadeus und Lufthansa zurzeit nicht,
beziehungsweise nur vor Gericht. Bereits hat es in Deutschland ein
erstes Urteil zugunsten von LH gegeben. Amadeus will das Urteil
weiterziehen. Das letzte (richterliche) Wort ist also noch nicht
gesprochen.



