Wie zahlreiche andere Airlines kämpft auch Israels Nationalcarrier El Al mit steigenden Kosten. Insgesamt stiegen die operativen Kosten von USD 400,9 Mio. im 2010 auf USD 470,2 Mio. (+17%). Bislang beträgt der operationelle Verlust USD 23,2 Mio. nach einem Gewinn von USD 25 Mio. im Zeitraum 2010. «Das kann so nicht weitergehen, wir sind ein privatisiertes Unternehmen», erklärt Jürg Schwarz, General Manager Switzerland von El Al.
Als problematisch erweist sich auch der zunehmende Wettbewerb seit zwei Jahren haben die verfügbaren Sitzplatzkapazitäten um rund 25% zugenommen. Nun kündigte Elyezer Shkedy, CEO und Präsident von El Al, die Überprüfung des Streckennetzes an. Gleichzeitig sollen ältere Flugzeuge (u.a. Boeing 767 und 757) aus dem Verkehr genommen werden. Weiter hält der CEO in einer Mitteilung fest, dass El Al verpflichtet ist, hohe Sicherheitskosten zu tragen, während anderen Airlines solche nicht aufgebürdet werden. «Das Unternehmen steht im Wettbewerb mit gigantischen Korporationen, Konglomeraten und Mergers, die zumeist nicht unter denselben Restriktionen operieren wie wir in Israel. Dies macht den Wettbewerb unfair und ungleich.»
Dies spürt auch Jürg Schwarz in der Schweiz, doch vor allem sei der Markteintritt von Easyjet in Genf und Basel und die damit verbundene Erhöhung des Sitzplatz-angebots spürbar. Rund 30 bis 40% der El-Al-Passagiere sind Transitpassagiere, hier spürt El Al die Billigkonkurrenz aufgrund des fehlenden Easyjet-Netzwerks weniger als bei Punkt-zu-Punkt-Reisenden.
Im 2010 reisten laut dem El-Al-Manager 32900 Gäste mit Schweizer Pass in Israel ein eine Zunahme von 21% gegenüber 2009. «Per Juli 2011 waren es bereits 21380 Pax mit Schweizer Pass ein Plus von 22%. «Eventuell könnten wir 2011 die Marke von 40 000 erreichen», stellt der Schweiz-Chef in Aussicht. Konkrete Zahlen nennt Schwarz zwar keine, doch konnten bereits 2010 die Passagier-zahlen auf den Schweizer Strecken gesteigert werden. Der Revenue ist allerdings leicht rückläufig eine Tendenz, die sich auch dieses Jahr fortsetzen könnte.
Derzeit fliegt El Al mit einer Boeing 737-800 zwölfmal pro Woche von Zürich nach Tel Aviv und fünfmal wöchentlich von Genf aus. Schwarz ist vor allem auch darum bemüht, dass Israel als Reiseziel profitiert. Dazu gehört, dass das Land nicht nur von israelischen Familienangehörigen und Freunden sowie von Gästen mit religiösem Hintergrund besucht wird, sondern von einem breiten Publikum. Denn das Land habe auch für ein junges und trendiges Publikum sowie für Aktiv-reisende wie Wanderer oder Biker viel zu bieten.
Dass Kuoni und Helvetic Tours seit diesem Frühjahr Tel Aviv in ihr Städtereise-programm aufgenommen haben, sei ein Schritt in die richtige Richtung und ein weiterer grosser Anbieter soll sich derzeit in Vorbereitungen befinden, so Schwarz.



