Nachdem Ethiopian Airlines bereits 2010 mit einer Umsatzsteigerung von 52% im Schweizer Markt deutlich gewachsen war, ging es 2011 noch etwas steiler aufwärts. Alcides Ocampo, Sales & Product Manager beim Schweizer GSA Airline- & Tourism Center, erklärt: «Der Umsatz ist 2011 um satte 58% gewachsen. Dabei fällt auf, dass der Anteil an Leisure-Buchungen deutlich vergrössert wurde. 2010 kamen noch 65% der Buchungen aus dem Business-Travel-Bereich, 35% aus dem Leisure. 2011 waren die beiden Anteile je 50% eine sehr gute Entwicklung.» Zudem seien in der Schweiz sehr viele Tickets über Addis Abeba hinaus verkauft worden, was auf die sehr konkurrenzfähigen Preise zurückzuführen sei.
Ethiopian Airlines gehöre zu den profitablen Fluggesellschaften, so Ocampo. «Allerdings ist das Umfeld wegen zunehmender Konkurrenz härter geworden nicht nur durch diverse Middle East Airlines, sondern auch durch Fluggesellschaften wie Air France oder Brussels Airlines.»
Das afrikanische Star-Alliance-Mitglied baut sein Streckennetz und seine Frequenzen weiter aus. So wird Frankfurt ab Ende Juni täglich angeflogen (bisher sechsmal pro Woche). Ab Zürich und Genf nach Frankfurt hat Ethiopian Codeshare-Flüge mit Lufthansa. Neu ist die Route von Addis Abeba via Rom nach Toronto. In Europa werden auch Paris, London-Heathrow und Stockholm nonstop ab Addis Abeba angeflogen. In Planung sind Flüge ab der äthiopischen Hauptstadt nach São Paulo. Insgesamt werden 66 internationale Ziele und 17 Inlandstrecken angeboten.
Nicht nur das Streckennetz, auch die Flotte der Ethiopian Airlines entwickelt sich rasant. Ende Juli 2012 stösst die erste Boeing 787 Dreamliner zur Flotte. Neu sind auch fünf Maschinen des Typs Boeing 777, welche vorwiegend auf Strecken nach Asien und nach Washington zum Einsatz kommen. Die Flotte für Inlandflüge wurde komplett ersetzt und besteht jetzt aus acht Q400. 35 Maschinen verschiedener Typen sind insgesamt bestellt:
12 Airbus A350-900
10 Boeing 787 Dreamliner
9 Boeing 737-800
4 Boeing 777 Freighter
Die Ziele der Ethiopian Airlines sind hochgesteckt. Bis 2025 soll die Airline die «konkurrenzfähigste und führende Airline in Afrika werden, welche marktgetriebene und kundenfokussierte Passagier- und Cargo-Transporte, Aviation Training, Catering, Maintenance, Ground Service sowie Inland- und Regionalservice» anbietet.
Chris Probst



