Etihad: «We are here to stay» (Ausgabe 2014-04)

Der CEO des aufstrebenden arabischen Carriers lässt keine Zweifel offen, dass die Engagements bei Darwin und in Zürich langfristigen Erfolg bringen müssen.

Letzte Woche wurde in einem Hangar am Flughafen Zürich die Fluggesellschaft Etihad Regional lanciert. Die neue Airline, welche in Partnerschaft mit der in Abu Dhabi ansässigen Etihad Airways gegründet wurde, wird von der schweizerischen Darwin Airline mit Sitz in Lugano betrieben.

Das erste Flugzeug mit dem Etihad Regional Branding ist eine 50-plätzige Saab 2000 mit völlig neuer Kabinenausstattung und neuen Crew-Uniformen, die nahe ans Etihad-Produkt ange-

lehnt sind. Diese konnten ebenso besichtigt werden wie ein Airbus A330-300 von Etihad, mit welchem ab Juni nach Zürich geflogen wird. Alle zehn Flugzeuge der Darwin-Flotte werden bis Ende Juni 2014 mit dem neuen Branding versehen. 

James Hogan, CEO von Etihad Airways, war der Wortführer. Seine Airline, die «am schnellsten wachsende Airline der Welt», habe «globale Konnektivität» zum Ziel. Daher werde in Airlines «mit starkem Netzwerk-Potenzial» investiert. Dabei wird immer nur eine Minderheitsbeteiligung akquiriert – im Gegenzug erhalte Etihad Zugang zu Destinationen, die nicht selber angeflogen werden, sowie zu Wissen und Ressourcen, was viele Synergien ermögliche. «Solche Vorteile gab es früher nur im Rahmen von Fusionen», so Hogan, «wir haben mit unserer ‹Equity Alliance› aber eine neue Herangehensweise erarbeitet.»

Nach Air Berlin, Air Seychelles und weiteren stiess nun also Darwin zu Etihad. Als «Etihad Regional» – die ihren Sitz in der Schweiz behält und auch deren Aktienmehrheit bei Schweizer Eigentümern verbleibt – bietet sie derzeit ganzjährige Flüge zu 15 Destinationen sowie fünf Sommerrouten in Europa an. Bis Mitte 2014 soll sich diese Zahl auf neu 34 Destinationen erhöhen. Genannt wurden diese nicht im Detail, klar ist aber, dass zu den neuen Zielen folgende Städte gehören: Stuttgart, Düsseldorf, London-City, Berlin, Posen, Breslau, Toulouse, Tirana, Zagreb, Belgrad, Turin, Bordeaux, Marseille, Nantes, Lyon, Linz, Graz und Verona.

Damit beinhaltet das Streckennetz von Etihad Regional sieben europäische Etihad-Hubs: Genf, Amsterdam, Paris, Düsseldorf, Belgrad, Zürich (ab Juni 2014) und Rom (ab Juli 2014). Die Partnerschaft sieht auch eine stufenweise Einführung von Codeshares vor. Darwin-CEO Maurizio Merlo war bemüht, die Vorteile des Deals hervorzuheben: «Nebst der Verbesserung unseres Produkts werden wir in ein globales Vielfliegerprogramm eingebunden, können Flughafeninfrastrukturen mit Etihad teilen und Stellen in der Schweiz schaffen.» Darwin habe dank dem Deal eine solidere finanzielle Basis. Im Gegenzug werde vermehrt Feeder-Traffic zu Hubs von Etihad oder deren Partnern angeboten.

Auf die Frage, ob das System der «Equity Alliance» nicht komplex und risikobehaftet sei, antwortete Hogan: «Wir haben mit Komplexität kein Problem. Wir setzen auf solide Partnerschaften. Bereits 20% unseres Umsatzes wird über Partner generiert.» Und er stellte auch gleich klar: «We are here to stay.»

Jean-Claude Raemy