1909 gründete Johann Knecht die Firma Knecht mit einer Pferdefuhrhalterei. 1924 wurde der erste Autocar angeschafft ein pneubereifter Gesellschaftswagen, dessen Carrosserie auswechselbar war mit Ladebrücke und Möbelkasten. 1952 wurde der erste SETRA Car der Schweiz gekauft. 40 Jahre später übernahm Knecht die Eurobus-Gruppe und führt seither als Tochterfirma der Knecht-Gruppe die Marke Eurobus weiter.
Dann gings rasant auf Einkaufstour 1993 Übernahme der Welti-Furrer Gruppe in Zürich; 2000 Übernahme von Cars Alpins Neff in Arbon und Mehrheitsbeteiligung von Rottal Auto AG in Ruswil sowie Baumeler Reisen in Luzern; 2002 Kauf der VBRF Meier AG in Regensdorf; 2006 Kauf der Firma Binggeli in Erlach und Car Rouge in Kerzers. Anfang dieses Jahres wurden die Aktivitäten des Reiseveranstalters Geriberz übernommen und vor zwei Wochen überraschte Eurobus die Carbranche mit der angekündigten Übernahme der im nächsten Jahr auch hundert Jahre alten Familienfirma Fröhlich Reisen.
Inzwischen ist die Einmannfirma zu einer stattlichen Grösse mit 355 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (davon 270 Chauffeure) gewachsen. Auch an den Nachwuchs wird gedacht 19 Lehrlinge werden in den verschiedenen Betrieben ausgebildet. 2006 erwirtschaftete Eurobus einen Umsatz von 76 Mio. Franken. Im Vergleich dazu Eurobus-Besitzerin Knecht-Gruppe erzielte in der gleichen Zeitdauer einen Umsatz von 166 Mio. Franken (ohne Eurobus) mit 200 Mitarbeitenden. Die vier Car-Marken Eurobus, Rottal, Car Rouge und Geriberz unterhalten zurzeit 184 Personentransport-Fahrzeuge. Zählt man die 113 Linienbusse davon weg, bleiben immer noch 71 Cars und Minibusse für den Gelegenheitsverkehr übrig. Nächstes Jahr kommen noch die zehn Busse von Fröhlich dazu.
Auch im öffentlichen Verkehr setzt Eurobus neue Massstäbe. Mit dem Einsatz des ersten Gelenkbus in der Schweiz mit Hybridantrieb rechnet Eurobus mit bis zu 20% Einsparungen beim Treibstoffverbrauch bei gleichzeitig namhaft niedrigeren Schadstoffemmissionen.
Trotz diesen Erfolgszahlen muss sich Eurobus einer Herausforderung stellen. «Guter Nachwuchs an Reiseleiter-Carchauffeuren ist rar und die Warteschlange klein», erklärt Ruth Knecht (Kommunikation & Leserreisen Eurobus). «Die Rekrutierung von Reiseleiter-Carchauffeuren ist für uns eine grosse Herausforderung», fährt sie weiter. Bei Eurobus seien es vor allem lebenserfahrene Kandidaten um fünfzig plus, welche sich ihren Traum, Reiseleiter-Carchauffeur zu werden, erfüllen, so Eurobus-Geschäftsführer Andreas Meier. Eurobus zieht die Chauffeure regelmässig zu internen Fahr- und Reiseleiter-Trainings zusammen. Neben dem Üben neuer Fahr- und Schleudertechnik wird an diesen Kursen auch Gastgeber-Verhalten vermittelt. Das präzise Besprechen des Mikrofons und das kompetente Vermitteln von geschichtlichen und geografischen Informationen würden den Gesamtauftritt von Eurobus perfektionieren.
Als TTS-Mitglied ergänzt Eurobus mit ihren Produkten ideal die Angebotspalette der gesamten Gruppe. Eurobus sieht sich als Spezialist für Erlebnisreisen, Gesundheits- und Wellnessferien, Badeferien, Musikreisen, Aktivferien, Aufenthaltsferien und Winterreisen. Car Rouge und Geriberz haben auch ihre eigenen Kataloge und werben für Rundreisen, Flussfahrten und Wintererlebnisse.
Guido Casanova



