Das 1980 vom Ehepaar Hans-Dieter und Christina Toth gegründete österreichische Unternehmen Eurotours International vermarktet laut eigenen Angaben als grösste Incoming-Agentur Zentraleuropas die touristischen Angebote Österreichs und seiner Nachbarländer weltweit. Dies beinhaltet Individualreisen und Gruppenreisen bis hin zu Incentives und Conventions. Darüber hinaus ist Eurotours auch als einer der grossen Direkt-Reiseveranstalter Zentraleuropas tätig und bringt Gäste aus Österreich, Deutschland, Italien, Polen, der Schweiz sowie Slowenien zu verschiedenen Destinationen weltweit.
Der Einstieg von Eurotours in das Reiseveranstaltergeschäft erfolgte im Dezember 2003 mit dem Start von Hofer Reisen, dem grössten Lebensmittel-Discounter Österreichs. 2007 wurde die Reiseveranstaltertätigkeit in der Schweiz im Rahmen von Aldi Suisse Tours aufgenommen. «Es war naheliegend, das erfolgreiche Konzept aus Österreich auch in anderen vielversprechenden Märkten zu integrieren», erklärt Franz Gredler (Abteilungsleiter Vertrieb B2C). Eurotours macht für das Aldi-Angebot vom Contracting über die Produktion alles und stellt auch das Management sowie das Servicecenter und die Buchungszentrale zur Verfügung «jeder macht, was er am besten kann», erklärt Gredler die Aufteilung.
So verfügt aldi Suisse Tours am Eurotours-Sitz in Kitzbühel über ein eigenes Product Management. Eine Adaption des Hofer-Produkts wäre aufgrund der Marktunterschiede zwischen Österreich und der Schweiz, z.B. hinsichtlich Ferienzeit und Kundeninteressen, nicht möglich gewesen.
Eurotours ist in der Schweiz mit Aldi Suisse Tours sowie auch den Produkten, die über Tchibo vertrieben werden, ausschliesslich im Direkt-Reisemarkt tätig. «Wir bieten auf Aldi Suisse Tours zugeschnittene Produkte an, die sich nicht über die Reisebüros verkaufen lassen. Ausserdem werden diese bereits von den Schweizer Reiseveranstaltern gut bedient», so Gredler. Auch der Einkauf erfolgt so weit wie möglich direkt oder allenfalls über lokale Partner. Dabei handelt es sich um Agenturen sowie kleine, spezialisierte Reiseveranstalter, bei welchen Kapazitäten für die exotischeren Destinationen eingekauft werden.
Für Aldi Suisse Tours sieht Gredler noch grosses Potenzial: «Wir sind noch nicht da, wo wir hin wollen. Derzeit sind wir unter den Top 5, wenn nicht sogar unter den Top 3 im Schweizer Direkt-Reisemarkt. Wir wollen Marktführer werden.» Im 2011 strebt Eurotours ex Schweiz eine Gästezahl von über 120 000 Pax an, 2012 sollen es bereits 150 000 sein. Ob dieses grosse Wachstum aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung auch in Zukunft realisierbar sei, stehe für Gredler allerdings infrage.
Die Umsatz- und Passagierzahlen von Eurotours International waren seit 1992 ausschliesslich steigend. Zuletzt erwirtschaftete das Unternehmen im 2010 ein Rekordergebnis mit einem Umsatz von EUR 234,7 Mio. (2009: EUR 200,9 Mio.) und insgesamt 1,2 Mio. Gästen (2009: 1,099 Mio.). Für 2012 strebt Geschäftsführer Hans-Dieter Toth ein weiteres Umsatzwachstum auf rund EUR 250 Mio. an.
Auch hinsichtlich der Anzahl der Mitarbeitenden sieht Toth noch weiteres Wachstumspotenzial. Während die Zahl der Angestellten bei Eurotours im 2011 um 45 Mitarbeitende auf 290 stieg, soll die Marke von 300 Mitarbeitenden im kommenden Jahr erreicht werden.
Simon Benz
Partnerschaften stärken Schweiz-Incoming
Für das Schweizer Incoming-Geschäft hat Eurotours International einen eigenen Einkäufer in der Schweiz. Die Produkte werden schliesslich im gesamten Eurotours-Netzwerk vertreiben auch in der Schweiz. Beispielsweise handelt es sich bei rund 10 bis 15% des Angebots von Aldi Suisse Tours um Reisen in der Schweiz. Von den rund 120 000 Schweizer Gästen buchen rund 18 000 eine solche Schweiz-Reise.
Die Frankenstärke war und ist für das Reiseland Schweiz ein Nachteil, den auch Eurotours zu spüren bekam. «Grosse Teile des Schweiz-Angebots kaufen wir in Schweizer Franken ein und wir haben versucht, mit unserer Einkaufsmacht den Kursentwicklungen entgegenzuwirken.» Das Geschäft mit den Schweiz-Reisen soll aber auch weiterhin gefördert werden. Neben der Zusammenarbeit mit etablierten Reiseveranstaltern und dem niederländischen Automobilclub ANWB wurde im Juni 2011 mit dem Vertrieb über Tchibo begonnen, der sich laut Eurotours in den ersten Monaten «sehr positiv» entwickelt hat. Ausserdem hat Eurotours vor Kurzem mit Alltours, dem viertgrössten Veranstalter in Deutschland, einen weiteren namhaften Partner ins Boot geholt, der vor allem bei den nördlichen Nachbarn die Lust auf Ferien in der Schweiz ankurbeln soll. Die entsprechenden Kataloge sind seit Kurzem auf dem Markt.
Um die international steigende Nachfrage bedienen zu können, ist Eurotours ständig auf der Suche nach zusätzlichen Hotel-Partnern.
BNZ



