Für einen kleinen Carrier in der Südsee hat Fiji Airways in den vergangenen Monaten erstaunlich viel globale Medienpräsenz erhalten. Das hat mit dem kompletten Relaunch der Gesellschaft zu tun.
Zunächst einmal hiess Fiji Airways bis 2012 Air Pacific. Global war diese Airline kaum ein Begriff, weshalb entschieden wurde, den ursprünglichen Namen der Airline Fiji Airways hiess sie nämlich schon von 1951 bis 1970 wieder einzuführen und dabei vom hohen Bekanntheitsgrad von Fidschi selber zu profitieren.
Kurz danach wurde eine neue Markenidentität enthüllt, die weltweit für Begeisterung sorgte. Typische Motive der Südseeinsel flossen in die Heckflossendekoration ein; der Schriftzug «Fiji Airways» prangt selbstsicher an der Seite und unterhalb der Flugzeuge. Auch das Kabineninterieur wurde modernisiert.
Die Flotte wurde zudem ausgebaut. Zu den zwei B-747-400 (welche demnächst aus der Flotte entfernt werden), den drei B-737-800 und der B-737-700 sind zwei brandneue A330-200 hinzugekommen, wobei noch eine dritte Ma-schine dieses Typs im November 2013 ausgeliefert wird; mit Air France-KLM wurde ein Maintenance-Vertrag für die Airbusse abgeschlossen. Die Airbusse werden auf Routen ab Fi-dschi nach Australien, Auckland, Hong Kong und Los Angeles eingesetzt. Die Regionalflug-Tochtergesellschaft Pacific Sun betreibt überdies eine Flotte von zwei ATR 42-500 und drei DHC-6 Twin Otters.
Schon vor all diesen Massnahmen war die Airline gesund: Im Ende März 2013 zu Ende gegangenen Geschäftsjahr resultierte ein Gewinn nach Steuern von FJD 14,1 Mio. (= CHF 7 Mio.), bei einem Umsatz von FJD 659,7 Mio. (= CHF 326,3 Mio.). Drei Jahre zuvor war die damalige Air Pacific nach dem grössten Verlust der Unternehmensgeschichte noch kurz vor dem Bankrott gestanden.
Einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg haben die Kooperationen geleistet. Fiji Airways, welche 60 % Marktanteil im Flugverkehr von und nach Fidschi hat, betreibt Codeshares mit ihrem zweitgrössten Aktionär Qantas Airways (die 46 % an Fiji Airways hält) sowie mit Air New Zealand, Alaska Airlines, American Airlines, Cathay Pacific und Solomon Airlines.
Nun liegt es am designierten CEO Stefan Pichler, die Airline in die Zukunft zu führen. Der frühere CEO der Thomas Cook AG mit langjähriger Lufthansa-Erfahrung ist nach Stationen bei Virgin Blue bzw. V Australia und zuletzt Jazeera Airways aus Kuwait nun bei Fiji Airways gelandet. Er ersetzt David Pflieger (der zu Silver Airlines in die USA gewechselt hat) bzw. den Interims-CEO Aubrey Swift. Man darf gespannt sein, was der früher als «ehrgeizigster Manager Deutschlands» betitelte Pichler mit Fiji Airways noch erreichen wird.
Jean-Claude Raemy



