Seit etwas mehr als einem Monat leitet Kimmo Rautiainen die Geschicke
von Finnair in der Schweiz, in der Position eines Sales Director
Switzerland, Austria & Slovenia. Der bisherige Deutschland-Chef von
Finnair tauschte die Stelle mit dem bisherigen Schweiz-Verantwortlichen
Jan Pellinen.
«Solche Rotationen sind üblich, nachdem wir zeitlich befristete
Verträge haben», präzisiert Rautiainen. Nachdem sein Vertrag in
Frankfurt im November und jener von Pellinen in Zürich im Dezember
ausgelaufen wären, haben sie sich auf einen frühzeitigen Wechsel
geeinigt, «noch vor den Sommerferien und damit Zeit ist, den Markt und
die Teams kennenzulernen».
Rautiainen pendelte im ganzen Juni zwischen Frankfurt und Zürich, hat
inzwischen aber eine Bleibe in der Schweiz gefunden. Trotz diesem
schwierigen Start konnte er sich mit dem Markt und dem Team vertraut
machen. Dieses ist in gleicher Besetzung geblieben und umfasst
erfahrene Leute mit Michael Hawle (Outdoor Sales Client Manager) und
Mira Turpeinen Preisig (Indoor Sales) in Zürich sowie Christine
Choureau (Outdoor Sales Client Manager) in Genf.
Rautiainen freut sich jedenfalls über seine Berufung in die Schweiz. Er
hat schliesslich langjährige Beziehungen zu unserem Land, war er doch
in Finnland während neun Jahren Sales Manager der Swissair und danach
vier Jahre Country Sales Manager der Swiss. Damit kennt er Zürich und
die Schweiz sowie einige der Akteure im Airline-Business hierzulande
bereits recht gut. Oberste Priorität hat für ihn nun das Kennenlernen
der wichtigen Kunden, sowie die «Funktionsweise» des Fluggeschäfts ex
Schweiz.
Zum aktuellen Geschäft äussert sich Rautiainen folgendermassen: «Der
Markt ist herausfordernd wie nie zuvor. Unsere Strategie ist,
wettbewerbsfähige Tarife zu haben und weiterhin den Fokus auf unsere
hervorragenden Verbindungen nach zehn asiatischen Destinationen zu
legen. Auch die Verbindungen ins Baltikum und nach Russland sind ein
Schwerpunkt.» Obwohl auch Finnair hartes Brot zu kauen hat, sieht
Rautiainen zuversichtlich in die nahe Zukunft: «Prognosen sind
schwierig. Allerdings wird sich das Geschäftsreise-Business erholen,
denn alle Export-orientierten oder internationalen Unternehmen müssen
früher oder später wieder ihre Kunden besuchen, sonst verlieren sie
Marktanteile. Insofern glaube ich, dass wir nun den Boden erreicht
haben und es bald wieder aufwärts geht.» Geschäftsreisende machen rund
65% des Finnair-Umsatzes aus, und so will Finnair auch weiterhin die
grössten Anstrengungen im Corporate-Bereich unternehmen.
Doch Rautiainen lässt durchblicken, dass man auch Leisure-Kunden wieder
vermehrt, wie früher, ansprechen wolle: «Wir brauchen sowohl Business-
als auch Leisure-Kunden, und wir brauchen das TO/Reisebüro-Geschäft
genauso wie Direktkunden und das klassische Gruppengeschäft. Der
Erfolg leitet sich von einem gelungenen Mix ab.» Weitere Kampagnen
seien in Vorbereitung. Allerdings sei die Asien-Kampagne noch lange
nicht vorbei anscheinend wissen immer noch nicht alle, dass der
kürzeste Weg nach Asien von Europa aus über die «Polroute», mit Finnair
also via Helsinki, führt.
Immerhin: Die asiatischen Routen entwickeln sich positiv, dank der
klaren strategischen Positionierung, ebenso die Verbindungen ins
Baltikum und nach Russland. Nachdem Rautiainen die Tarife in der
Schweiz als «sehr konsumentenfreundlich» taxiert, hofft er auch auf
eine bald wieder stark wachsende Nachfrage. Obwohl ihm natürlich die
tiefen Tarife aufgrund der starken Konkurrenzsituation ein Dorn im Auge
sind. Doch Rautiainen nimmts gelassen: «Für Finnair ist die Situation
in der Schweiz noch lange nicht so schwierig wie in Deutschland.»
Jean-Claude Raemy



