Vor wenigen Wochen umrahmte Finnair-CEO Mika Vehviläinen an einer Pressekonferenz in Helsinki die künftige Strategie des finnischen Carriers. Der Fokus auf den Asien-Verkehr sollte nicht nur beibehalten werden; bis 2020 soll der Umsatz aus dem Asien-Geschäft sogar verdoppelt werden. Künftig will Finnair zu den Top 3 im Asien-Verkehr ex Europa zählen.
Allerdings bekannte sich Vehviläinen auch klar zum europäischen sowie zum innerfinnischen Markt. Hier will Finnair gar die Nummer 1 unter den nordischen Airlines werden. Dafür wurden bereits Kostenreduktionsmassnahmen eingeleitet, eine neue Marken-identität wurde geschaffen und der Fokus deutlich auf die Kundschaft gelegt. Wobei das Heil auch in stärkeren Partnerschaften gesucht wird.
Oneworld-Mitglied Finnair hat kürzlich für Regionalflüge in den nordischen Stammmärkten eine neue Partnerschaft mit der britischen Flug-gesellschaft Flybe unterzeichnet. Gemeinsam akquirierten die beiden Unternehmen von der Finncomm die Finnish Commuter Airlines (FCA), zu jenem Zeitpunkt die grösste Domestic-Fluggesellschaft Finnlands mit 15 Flugzeugen, 400 Angestellten sowie jährlich 900000 Pax und einem Umsatz von EUR 90 Mio. Der Kaufpreis betrug EUR 25 Mio., wobei Flybe 12 Mio. und Finnair 13 Mio. beisteuerten.
Die FCA-Flotte von neun ATR 72 wurde zu Marktpreisen von Finnair gekauft und der Flybe Nordic verleast. Finnair wird auch drei bereits bestellte, fabrikneue ATR 72 übernehmen.
UNTER EINEM JOINT VENTURE namens Flybe Nordic AB werden die FCA-Flüge seit dem 1. August unter der Marke Flybe weitergeführt. Flybe hält 60% und drei Verwaltungsratssitze, Finnair 40% und zwei VR-Sitze in diesem Joint Venture.
Das Ziel ist, Flybe zum grössten Regionalcarrier in den nordischen und baltischen Ländern zu machen.
Doch natürlich ist Finnair auch selber stark im Domestic-Bereich. Bei den Schweizern besonders beliebt: Die Destinationen in Lappland auch und gerade im Winter. Da bedient Finnair ab Helsinki täglich Ivalo, Kittilä, Kuusamo, Rovaniemi (2x) und Kemi (3x). Ab der Schweiz sind die Helsinki-Flüge um 10.55 Uhr (ab ZRH) bzw. 10.50 Uhr (ab GVA) passend für ideale Anschlüsse. Weitere interessante Wintersportzentren, welche Finnair bedient, sind etwa Oulu oder Jyväskilä.
Auf die Frage, wie wichtig das Domes-tic-Geschäft für Finnair Schweiz ist, antwortet Kimmo Rautiainen (Sales Director Switzerland, Austria & Slovenia): «Es liegt in der Natur der Sache, dass die Routen im Heimatland von Finnair einen wichtigen Stellenwert einnehmen. Finnair ist einer der grössten Promoter für Tourismus in Finnland, und dies ganzjährig. Die Domestic-Flüge ex Helsinki werden auch aus der Schweiz gut gebucht. Allerdings sind die Wachstumsmöglichkeiten aufgrund der harten Konkurrenzsituation beschränkt. Deshalb ist Asien für uns so wichtig.»
Übrigens: Die Mitnahme von Sportgepäck nach Finnland ist nicht gratis. Für Items mit Gewichten bis 23kg sowie für Golftaschen und Skis muss man am Flughafen EUR 40 (one-way) bezahlen, für Items mit 2432kg EUR 60 und von 3350kg EUR 100.
Jean-Claude Raemy



