In ihrem bis am 15. April öffentlich aufliegenden Richtplan-Entwurf rechnet die Zürcher Regierung mit einer Bevölkerungszunahme von 200000 Personen bis 2030, das sind 16 Prozent mehr als heute. Von 1995 bis 2009 ist die Zürcher Wohnbevölkerung bereits um 15 Prozent gewachsen. Wenn man bedenkt, wie mit diesem Bevölkerungswachstum auch ein Wachstum der Mobilität einhergehen wird, dann dürfte man von einer verantwortungsbewussten Regierung erwarten, dass sie auch die Mobilitätsbedürfnisse für die nächsten 25 Jahre mit in den Richtplan einbezieht. Darin werden zwar neue Strassen- und Bahnprojekte erwähnt. Aber was den Luftverkehr betrifft, geht man abgesehen von zwei bescheidenen Pistenverlängerungen am Flughafen Zürich von der bestehenden Infrastruktur aus.
Umso schlimmer, man will auch auf die «vierte Zürcher» Piste in Dübendorf verzichten. Angesichts seiner Grösse und Lage sei das Dübendorfer Flugplatzareal «als strategische Landreserve für Sondernutzungen mit grösserem Flächenbedarf und mit kantonaler oder nationaler Bedeutung» freizuhalten, steht im Richtplan-Entwurf. Mit solchen Aussagen beweist der Zürcher Regierungsrat alles andere als die von ihm geforderte notwendige Weitsicht für die nächsten 25 Jahre. Die Frage sei erlaubt, weshalb 2014 der Flugbetrieb in Dübendorf eingestellt werden soll, wenn heute also drei Jahre zuvor noch nicht einmal ein Ansatz von einer künftigen Nutzungsplanung feststeht?
Ebenfalls im Richtplan-Entwurf findet man die Aussage der Regierung zum in wenigen Jahren an seine Grenzen stossenden Flughafen Zürich: Wenn eine Verlagerung von Teilen des gewerbsmässigen Luftverkehrs des Flughafens Zürich notwendig werde, sei die Zusammenarbeit mit bestehenden, gut durch den öffentlichen Verkehr erreichbaren Anlagen vorab auf gesamtschweizerischer Ebene zu suchen. So liest man, dass Zürcher Flugverkehr nach Basel ausgelagert werden soll. Die Basler werden diesen sicher mit offenen Händen empfangen …Alleine das in Basel kürzlich verschärfte Nachtflugverbot weist darauf hin, dass der Euroairport nicht als Überlauf des Flughafens Zürich fungieren will.
Was es nun braucht, ist eine geschlossene Aktion aller aviatischen Akteure, damit der Zürcher Regierungsrat von der immensen Bedeutung der Dübendorfer Piste für die Zukunft des Standortes Zürich überzeugt werden kann. Bis zum 15. April kann jedermann zum Richtplan-Entwurf Stellung nehmen (www.richtplan.zh.ch).



