FTI geht noch mehr in die Breite (Ausgabe 2008-08)

Dies gilt vor allem für die Ferienflüge ab der Schweiz und das Pauschalsortiment via das Mutterhaus.

Grundlegend hat sich bei FTI hierzulande auf diesen Sommer nur die
Optik verändert. Nach zwei Jahren kehrt der Schweizer Ableger des
deutschen Anbieters zum klassischen Katalogformat zurück – das heisst,
aus dem schlanken A4 wird wieder das breite A4. «Unsere Kataloge sind
nicht mehr schmal, weil wir uns dem Konzern angepasst haben», sagt
Walter Binggeli, CEO von FTI in Basel.

Aufgelegt werden die beiden über 200-seitigen Werke «Griechenland,
Zypern, Türkei, Italien, Malta» und «Spanien, Portugal, Tunesien,
Ägypten». Binggeli ergänzt: «Unsere Kataloge stellen nur eine Basis
unserer Palette dar, quasi eine Art Best-of-   Selektion.»
Zum einen findet man in den beiden Sommer-Publikationen neu den Hinweis
«Zusatzhotels», weil hierzulande nicht mehr alle Häuser aufgeführt
sind, welche die Zentrale in Deutschland im Sortiment hat. Diese
zusätzlichen Unterkünfte sind auf der kürzlich lancierten Homepage
www.ihrurlaubshotel.ch aufgeführt.

Wiederverkäufer finden diese Hotels ebenso im Cets oder Touronline
Easy. Zum anderen gibt es in den Reservationssystemen laut Binggeli
viele Ergänzungen im Landbereich. «Ibiza gibt es bei uns nicht im
Katalog, aber elektronisch mit Flügen ex Basel oder Zürich.»
Die neue Breite geht in der Schweiz nämlich über die Zielgebiete in den
Kata- logen hinaus. «Mittlerweile kann die gesamte Pauschalwelt von FTI
in München bei FTI in Basel gebucht werden», sagt Binggeli. Möglich
machen dies die Anbindungen des Anbieters in der Schweiz an Cets und
Touronline Easy, welche seit nunmehr einem Jahr bestehen. Doch im
Gegensatz zu den Arrangements mit Fluglösungen ab der Schweiz handelt
es sich beim Pauschalsortiment des Mutterhauses mehrheitlich um
Umsteigeverbindungen via Deutschland. «So sind bei uns etwa Reisen in
den Indischen Ozean oder in den Fernen Osten buchbar.»

Als Meilenstein im 2007 bezeichnet Binggeli das Aufschalten von Cets
und Touronline Easy. «Deswegen haben wir einen viel stabileren
Buchungseingang wie früher, als wir in der Schweizer Reisebranche nur
die Kataloge sowie den Last-Minute-Fax als Kommunikationsmittel hatten.
Jetzt haben wir gleich lange Spiesse wie der Rest. Der Markt Schweiz
ist verlässlicher geworden, weil die Reisebüros für eine Buchung nicht
mehr bei uns anrufen müssen, sondern sie elektronisch selbst vornehmen
können. Die Wahrscheinlichkeit ist unterdessen gross, dass die
Endkunden über FTI stolpern.»

Binggeli fügt hinzu: «All dies hat unser Volumen in der Schweiz nach
oben korrigiert. Der Vorteil ist, dass wir unser Angebot nicht mehr
exzessiv kommunizieren müssen, weil es explizit in den
Reservationssystemen hinterlegt ist. Wir müssen unsere Agenten nur
darüber informieren. Dies gilt ebenfalls für die Preisunterschiede, die
zum Teil recht interessant sind. Unser Preis-Leistungs-Verhältnis ist
nämlich nicht nur ab Basel attraktiv. Wir sind daran, diese Botschaft
mehr und mehr in die Schweiz zu bringen. Die Reisebüros sollen auch
wissen, dass sie Flüge und Hotels im Pauschalbereich frei
zusammenwürfeln können.»

Die neue Breite von FTI widerspiegelt sich auch in der Ferienfliegerei.
«Das Flugwesen hat sich rasant verändert», so Binggeli, «weg vom
klassischen Vollcharter mit Risiko hin zu beweglichen Kapazitäten mit
Kontingenten. Noch im letzten Sommer hatten wir eine ‹dedicated› von
Swiss in Basel für uns allein. Heute arbeiten wir vor allem mit Air
Berlin sowie Tuifly, wobei das Geschäft ex Basel noch mehr auf die
Veranstalter gestützt ist als das Geschäft ex Zürich.»

Doch nicht nur das Szenario auf der Mittelstrecke ab der Schweiz habe
sich total verändert, sondern auch das hiesige Angebot auf der
Langstrecke. «Wegen der Partnerschaft von Belair mit Air Berlin fliegen
auch wir seit diesem Winter ex Zürich. Infolgedessen haben wir unser
Risiko auf der Langstrecke ex Basel aufgeben können. Obwohl wir dadurch
in Basel bewusst Kapazitäten rausgenommen haben, findet man in Zürich
immer noch genug Sitze auf der Langstrecke.»
Trotzdem gibt es gemäss Binggeli noch Ziele, für die ab dem EuroAirport
Vollcharter nötig sind, etwa in die Türkei mit Sun Express oder nach
Tunesien mit Tunis Air. «Zudem sind wir diesen Sommer der einzige
Veranstalter in der Schweiz mit eigenen Rotationen von Basel nach Malta
oder Kalabrien.»

Norman C. Bandi

Von der ruhigen Kraft «ennet» dem Bötzberg zum Surfer auf den Wellen

Walter Binggeli, CEO von FTI in Basel, beobachtet die
Entwicklungen bei den grossen Schweizer Reiseunternehmen scheinbar
gelassen: «Wir sind hierzulande eine relativ ruhige Kraft. An der
Hektik rund um Zürich nehmen wir nicht teil. Unser grosser Vorteil ist,
dass wir nicht nur in nationalen Gewässern fischen. So können wir den
gegenwärtig angespannten Verhältnissen im hiesigen Markt etwas aus dem
Weg gehen. Zudem können wir uns schnell an die Gegebenheiten anpassen,
weil wir schlank organisiert sind. Der Schweizer Markt wirft Wellen –
wir wollen auf ihnen surfen.»

In den Büros von FTI «ennet» dem Bötzberg, der kürzesten Verbindung von
Zürich nach Basel – oder umgekehrt –, bearbeitet ein 20-köpfiges Team
wie gewohnt den trinationalen Raum, sprich neben der Schweiz auch
Frankreich sowie Deutschland. Die Kundschaft stamme weiterhin
plus/minus zu je einem Drittel aus den drei Ländern. Dazu Binggeli:
«Dies ist unsere Kernkompetenz.» 80% bis 85% des Volumens von FTI in
Basel fliege ab dem EuroAirport. «Und Basel bleibt unsere Basis, obwohl
sich hier immer mehr Veranstalter tummeln. Diese Konkurrenz nehmen wir
an.»   

NCB