Für Swiss und Lufthansa gibt es wieder Brokerkommissionen (Ausgabe 2013-04)

Spannende Neuigkeiten in den Servicemodellen der «Big 3»-Ticketbroker.

Bei den neuen Servicemodellen der Ticketbroker von Kuoni (Ticketshop), Hotelplan (Ticketxpress) und TUI Flex Travel (Flightcenter) sticht eine Gemeinsamkeit hervor: Für die Airlines der Lufthansa-Gruppe gibt es wieder Kommissionen.Die Kommission auf Interkontinentalflügen bewegt sich zwischen 0,5% und 1,5%, und zwar sowohl für IATA- wie auch für Market Fares. Für Swiss-Flüge nach Europa dagegen gibt es nichts bzw. auf den IATA-Tarifen eine Gebühr zwischen CHF 9 und 20. Dass die Lufthansa-Gruppe damit primär die arabischen Carrier im Visier hat, liegt auf der Hand.

«Für uns war wichtig, dass das Modell einfach und übersichtlich ist, denn das Geschäft ist komplex genug», erklärt Ticketshop-Leiter Marc Zinniker. So gibt es bei Kuoni nur drei Airline-Kategorien (Bonus, Partner, Übrige) und keine Unterteilung in Agentenkategorien, wobei auf Superkommissionen verzichtet wird. «Dafür bezahlen wir 2013 Upfront mehr als bisher», sagt Zinniker. Weiter neu beim Ticketshop ist ein Steigerungsbonus von 3% auf Mehrumsatz bei Bonus-Airlines – bei Kuoni sind dies Emirates und US Airways (je 9%) sowie Edelweiss Air, South African, Singapore und TAP (je 2%). So sind bis zu 13% Kommission möglich.

Beim Ticketxpress ist man von den fünf Airlinekategorien wieder abgekommen, d. h. die Kategorien «Reward» und «Komplex» wurden wieder abgeschafft. «Die Vereinfachung der Kategorien aufgrund der neuen Buchungsmöglichkeiten von Linienflügen über das TO-System zu Ticketxpress-Konditionen schien sinnvoll», erklärt Ticket-xpress-Leiter Marcel Herter und fügt an: «Bei Airlines, welche Probleme bereiten, können wir kurzerhand den Komplexitätszuschlag wieder einführen.» Neu fallen die Ticketgebühren bei den verbliebenen Kategorien «Partner» und «Preferred» (nur interkontinental) weg und es gibt 0,25% (ab CHF 350’000) bis 1,5% (ab CHF 1,5 Mio.) Sortimentsbonus auf den Umsatz mit Partner-Airlines, womit bis 10,5% Kommission möglich sind. «Generell gibt es tiefere Gebühren für Published Fares und für Tarife von Flügen mit Ursprungsort im Ausland», führt Herter aus.

Das «breiteste» Modell bietet das Flightcenter, mit neu vier Airline-Kategorien (Top, Incentive, Partner, Übrige), wobei die Kommissionszahlungen bzw. Gebühren neu nach Agentenkategorien aufgeteilt sind. Zudem wird auf die Superkommission verzichtet, da diese nun bereits in der Upfrontkommission integriert ist und direkt auf der Rechnung abgezogen wird. «Die Kommissionen sind grundsätzlich besser geworden und wir haben die tiefsten Gebühren bei Swiss», erklärt Flightcenter-Leiter Thomas Althaus.

Die grösste Neuerung beim Flightcenter ist aber «Direct Ticketing»: Damit lassen sich ausserhalb der Bürozeiten bis 22.00 Uhr individuell Flugtickets ausstellen, wobei auch eine «Helpline» (ein Flightcenter-Mitarbeiter im Pikettdienst) dem Reisebüro zur Verfügung steht. Ticketanfragen von Agenten mit TUI-Code können auf drei Queues (Market Fare, IATA, GIT) gequeppt und automatisch innert Sekunden ausgestellt werden.

Jean-Claude Raemy