Globalisierung beschränkt Einfluss (Ausgabe 2007-25)

Urs Hirt über gemeinsame Pendenzen von SRV und IATA

Umfangreich präsentiert sich die Traktandenliste der SRV-Fachgruppe Flug. Insbesondere mangelt es nicht an Themen, welche das Verhältnis und die Zusammenarbeit des Schweizerischen Reisebüro-Verbandes (SRV) mit seinen Mitgliedern einerseits und der IATA/BSP als Vereinigung der Airlines andererseits betreffen.

Baustellen wie die von der Fachgruppe monierte mangelhafte Servicequalität seitens der IATA – was unter anderem auf die Zentralisierung diverser Dienstleistungen in Madrid zurückgeführt wird –, die Erhöhung der individuellen Bankgarantie und damit verbundene Übergangsfristen, der projektierte Wechsel von einer monatlichen auf eine zwei- oder einwöchentliche BSP-Belastung auf freiwilliger Basis, die Handhabung der ADMs (Agency Debit Memo), E-Ticket und mehr sind aktuell und entbehren nicht einer gewissen Brisanz. Wie wichtig diese Anliegen von der Fachgruppe eingestuft werden, macht die Marathonsitzung vom Donnerstag letzter Woche  deutlich: Neun Stunden lang diskutierte die mit zehn Branchen-Topshots hochkarätig besetzte Runde sowohl unter sich als auch mit GDS-Vertretern von Galileo und Amadeus und vor allem mit dem IATA-Chef Schweiz, Claudio De Salvo.

Als positiv kann gewertet werden, dass SRV und IATA anscheinend wieder sachlicher, offener und respektvoller miteinander kommunizieren als auch schon. Beide Seiten definieren ihre Vorstellungen, Anliegen und Forderungen klar und legen sie offen auf den Tisch. Die Positionen scheinen in einigen Bereichen zwar nach wie vor noch relativ weit auseinander zu liegen, doch die Bereitschaft, gemeinsam nach Lösungen zu suchen, kann beiden Parteien nicht abgesprochen werden.

Zu viel sollte man von dieser durchaus lobenswerten Diskussionskultur jedoch nicht erwarten. Globalisierung und Liberalisierung bringen mit sich, dass es immer weniger Platz hat für individuelle, massgeschneiderte Lösungen. Speziell die Fluggesellschaften setzen – nicht zuletzt aus Kostengründen – in allen Bereichen auf möglichst einheitliche Regeln, Bedingungen und Geschäftsmodelle. Diese Uniformität dürfte sich auch bei der IATA, der Vereinigung der Airlines, durchsetzen. Gefragt sind in erster Linie weltweite oder zumindest europäische Lösungen, nicht länderspezifische Vereinbarungen. Unter diesen Voraussetzungen werden der Einfluss eines SRV und die Möglichkeiten einer IATA Schweiz innerhalb der IATA World zunehmend beschränkter.