Die Auswahl der Produkte befindet sich noch immer in der Hand von
Globus Reisen und unterliegt somit der Verantwortung von Roman
Sägesser, der nach dem Abgang von Urs Freudiger zum Leiter des
Competence Centers Globus Reisen ernannt wurde. Sägesser ist neben der
Produktauswahl auch für die Qualitätssicherung verantwortlich. Bis auf
die Golf- und «Special Experience»-Reisen, die in den Händen der
Globus-Product-Manager Peter Aeschbach beziehungsweise Françoise Buob
bleiben, wurde die komplette Produktion an Travelhouse übergeben.
Das Geschäft lief im 2007 laut Sägesser im Rahmen der Erwartungen. «Wir
erzielten kein euphorisches Resultat, aber es war zufriedenstellend.
Eine neue Marke braucht Zeit, bis sie sich als Premium-Brand etabliert
hat.» Die Profilierungsprodukte, durch welche sich die
Hotelplan-Tochter von der Konkurrenz abgrenzen will, sind die «Special
Experience»-Produkte, wie beispielsweise die Gourmet-Reisen in die
Emilia Romagna oder die Kreuzflüge. Die Nachfrage war 2007 laut
Sägesser für die Just-Relax-Produkte am grössten. «In diesem Segment
setzen wir auf Qualität statt Quantität. Das Angebot umfasst eine
überschaubare Anzahl an hochstehenden Produkten, die wir persönlich
ausgewählt haben», erklärt Sägesser.
Für den Katalog gibt es bei Globus Reisen seit der Erstauflage einen
speziellen Namen: Magalog. Dabei handelt es sich um einen
Reiseprospekt, der über eine separate Preisliste verfügt und durch den
hohen Anteil an grossflächigen Bildern den Charakter eines Magazins
hat. «Es ist einerseits ein Magazin, das man nur auf dem Nachttisch
liegen hat und gleichzeitig ein Reisekatalog, mit dem man eine Reise
buchen kann», so Sägesser. Vergangenes Jahr wurden insgesamt 60000
dieser Magaloge versandt. Die eine Hälfte wurde an Inhaber der
Globus-«Plus Card»geschickt und die andere Hälfte wurde an Personen aus
dem Kundenstamm von Globus Reisen versandt. Die Vermarktung erfolgt
ausschliesslich in der Schweiz.
Im ersten Halbjahr 2008 registrierte man bei Globus Reisen bereits
erste positive Resultate der Profilierungsarbeit und konnte erste
Repeater verzeichnen. Vor allem durch die Kooperation mit dem Globus
Warenhaus und dessen Kundenstamm konnte Globus Reisen neue und
ausgewählte Kundensegmente erreichen.
Momentan kann das Unternehmen wegen dem schlechten Wetter der
vergangenen Tage einen Anstieg der kurzfristigen Anfragen verzeichnen.
Mit etwas Flexibilität findet sich gemäss Sägesser für jeden Kunden
noch eine geeignete Reise, beispielsweise auf die kroatische Insel
Hvar, nach Mallorca, Mykonos oder Mauritius: «Wir hatten schon
Mauritius-Buchungen für 10000 Franken zwei Wochen vor der Abreise.»
Auch die Herbstbuchungen sind schon in vollem Gange und auch für die
Weihnachts- und Osterferien sind bereits viele Anfragen für den
Indischen Ozean, insbesondere die Malediven, eingegangen.
Der Verkauf von Globus Reisen läuft zu 50 Prozent über das interne
Beratungscenter, 40 Prozent werden via Eigenvertrieb über die Filialen
von Hotelplan und Travelhouse veräussert und zehn Prozent über Agenten.
«Unser Ziel ist es, den Verkauf über den Reisebürokanal in Zukunft
weiteranzukurbeln», so Sägesser.
Die Produkte von Globus Reisen sind über Cets buchbar und im
Baukastensystem individuell zusammenstellbar. Laut Sägesser erhebt
Globus Reisen keine Nur-Land-Gebühr. Auch nicht, wenn jemand nur ein
Hotel bucht.
Der Relaunch von Kuoni hat Globus Reisen laut Sägesser kaum geschadet.
Im Gegenteil. «Kuoni hat sich damit unserem Produkt angenähert, das
sagt uns, dass wir alles richtig gemacht haben. Eine Ähnlichkeit zu
unseren Produkten stärkt uns mehr, als dass sie uns schadet.» Aber auch
bei der Hotelplan-Tochter plant man optische Veränderungen. «Ab Januar
2009 wird Globus Reisen einem Relaunch unterzogen und die Marke wird
einen leicht veränderten optischen Auftritt haben», kündigt Sägesser
an. Um welche Veränderungen es sich dabei handelt, kann heute noch
nicht kommuniziert werden. «Auf alle Fälle wird es die eine oder andere
Überraschung geben.»
Simon Benz



