Knecht Reisen baut sein Spezialisten-Portfolio aus und hat den Basler Skandinavien-Veranstalter Glur Reisen zu 100 Prozent übernommen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.
Der erste Kontakt habe vor rund sechs Jahren stattgefunden, konkret wurde es allerdings erst vor zwei Jahren. «Damit haben sich zwei ähnlich Gelagerte gefunden. Heidi Glur suchte eine Nachfolgelösung und wir sind stets auf der Suche nach Spezialisten mit einer bestimmten Grösse. Voraussetzung für eine Übernahme ist, dass ein Veranstalter in seinem Zielgebiet zu den Top-3-Anbietern in der Schweiz gehört. Glur Reisen, hinter Kontiki auf dem zweiten Platz, qualifiziert sich damit eindeutig», sagt Roger Geissberger, CEO der Knecht Reisegruppe.
Im Hinblick auf die bevorstehende Übernahme trat Glur Reisen im Herbst 2012 dem TTS bei, was sich laut Geissberger auch auf den Umsatz des Veranstalters auswirken soll. «Für dieses Jahr erwarten wir ein Umsatzwachstum von 20 Prozent. Das Ziel ist ein Umsatz von rund CHF 11 Mio.», erklärt Geissberger.
Die Marke Glur sowie auch das «Skandinavienhaus» in Basel bleiben bestehen ein für Heidi Glur sehr wichtiges Anliegen. Die ehemalige Besitzerin ist nun Mitglied des Verwaltungsrates von Glur Reisen und wird dies auch nach ihrer offiziellen Pensionierung im Mai 2014 bleiben. «Selbstverständlich stehe ich bei Bedarf auch nach meiner Pensionierung zur Verfügung. So werde ich weiterhin Einsätze als Reiseleiterin und an den Ferienmessen wahrnehmen», erklärt die Geschäftsfrau. Als Geschäftsführer des Unternehmens amtet auch unter dem Knecht-Dach weiterhin Philipp Jordi, der nun direkt an Geissberger rapportiert.
Die Knecht Reisegruppe übernimmt die gesamte Glur-Belegschaft. Laut Heidi Glur sind dies heute ohne sie selbst eingerechnet 17 Mitarbeitende. Die Mitarbeitenden sind teilweise bis zu 30 Jahre im Unternehmen im Durchschnitt sind es 14 Jahre.
Während das operative Geschäft wie bei den anderen Spezialisten der Knecht Reisegruppe auch dezentral beim Veranstalter bleibt, werden die Bereiche Finanzen, Human Resources und IT an die entsprechenden Stellen bei Knecht ausgelagert. «Hier bedarf es noch einer Anpassung der Abläufe», so Geissberger.
Produktseitig kann es durch die Neuakquisitionen zu Überschneidungen zwischen den Spezialisten kommen, was für die Multimarken-Strategie kein Problem sei. Geissberger: «Der Einkauf erfolgt zentral und immer über die Marke, die im jeweiligen Zielgebiet den grösseren Umsatz generiert.» Die Antarktis-Reisen für Latino Travel oder Helsinki und Stockholm für Kira Reisen werden künftig über Glur eingekauft. Umgekehrt tätigt Kira den Einkauf des Baltikum-Produktes für Glur. «Wir haben schon viele Tests unternommen, in welchen unsere Spezialisten übergreifend arbeiten. Wir versuchen immer, das Geschäft und Abläufe innerhalb der Gruppe zu optimieren, bei Glur sind wir noch in den Anfängen.»
Die Knecht Reisegruppe verfügt heute über ein Vertriebsnetz von 24 Reisebüros in der ganzen Schweiz. Weitere Marken neben der Stammmarke Knecht Reisen sind Agrar Reisen, Baumeler Reisen, Latino Travel, Lohri Reisen, RHZ Reisen, Royal Reisen, Vasellari Reisen, Voyageplan, KN-Travel Sydney und neu Glur Reisen.
Simon Benz



