Die drei Schlüsselflughäfen in der Region Middle East Dubai, Doha und Abu Dhabi verzeichnen allesamt ein starkes Passagierwachstum von rund 10% pro Jahr. Laut einer Studie von Amadeus handelt es sich bei jeweils 50% der Fluggäste um Transitpassagiere. Diese Zahlen belegen die zunehmend wichtige Rolle der Region als Hub zwischen Europa und den Zukunftsmärkten Asien und Südwest-Pazifik. Über die drei Flughäfen zusammen werden heute bereits 15% des Flugvolumens zwischen Europa und diesen beiden Märkten abgefertigt. Interessant ist, dass der Verkehr zwischen Europa und Asien jährlich um rund 7% wächst das via Middle East geführte Flugvolumen zwischen diesen beiden Regionen ist zwischen 2011 und 2012 aber um rund 20% gewachsen.
Die Fluggesellschaften aus dem Golf spielen bei dieser Entwicklung eine bedeutende Rolle, denn sie bauen ihre Kapazitäten kontinuierlich aus, was wiederum zu einem Kapazitätsausbau an den Flughäfen führt. Drei der Golfcarrier fliegen auch nach Zürich.
Emirates Airlines
Emirates verfügt über 199 Flugzeuge (darunter 33 Airbus A380) und bedient damit 133 Destinationen in 77 Ländern auf 6 Kontinenten. In der Schweiz fliegt Emirates nach Zürich (2x täglich) und Genf (1x täglich). Im 2012/2013 wurden 34 neue Jets an Emirates ausgeliefert, so viel wie noch nie in einem einzigen Jahr. Auch in Dubai reagierte der Flughafen bereits auf das Wachstum der Airline und eröffnete Anfang 2013 mit dem Concourse A das erste A380-Only-Terminal. 2012 ver-zeichnete der Flughafen 56,7 Mio. Passagiere, 2013 werden 65,4 Mio. erwartet und bis 2020 soll die Zahl auf 98 Mio. steigen. Am Dubai International Airport wird derzeit der Concourse D gebaut, der ab 2015 rund 100 Airlines abfertigen kann. Zudem wird auch der für den Passagierverkehr kaum genutzte Dubai World Central Airport weiter ausgebaut.
Grosses Thema für Emirates ist die Partnerschaft mit Qantas. Diese fliegt heute viermal täglich via Dubai (zweimal von London Heathrow und je einmal von Sydney und Melbourne). Gemeinsam bieten die beiden Airlines 98 wöchentliche Flüge zwischen Australien und Dubai an, zudem werden die Kapazitäten durch den Einsatz des A380 kontinuierlich erhöht.
Qatar Airways
Die Airline aus Katar verfügt derzeit über 123 Flugzeuge und ein Netzwerk aus 127 Destinationen in Europa (u. a. Zürich und Genf), dem Middle East, Afrika, Asien-Pazifik und auf dem amerikanischen Kontinent. 2013 wurden mit Gassim (Saudi-Arabien), Najaf (Irak), Phnom Penh, Chicago und Salalah (Oman) fünf neue Strecken eröffnet. Basra und Sulaymaniyah (Irak, 3. Juni und 20. August), Chengdu (China, 3. September), Addis Abeba (Äthiopien, 18. September) und Clark (Philippinen, 28. Oktober) werden noch dieses Jahr in den Flugplan aufgenommen, Philadelphia wird ab 1. März 2014 bedient. Zudem werden auf bestehenden Strecken kontinuierlich die Frequenzen erhöht. In Doha wurde Anfang April der neue Hamad International Airport eröffnet, der zunächst 28 Mio. Passagiere pro Jahr abfertigen kann. Bis 2015 wird sich seine Kapazität auf 50 Mio. erhöhen. Übrigens: In den nächsten Tagen soll der Qatar-Dreamliner wieder nach Zürich fliegen.
Oman Air
Die Airline aus dem Sultanat Oman bedient ab ihrem Heimatflughafen in Muscat 42 nationale und internationale Ziele, darunter auch Zürich mit vier wöchentlichen Flügen. Die Flotte der Airline besteht derzeit aus 4 Airbus A330-200, 3 Airbus A330-300, 17 Boeing 737-700/800, 4 Embraer E175 und 2 ATR 42. Im 2014 stossen 6 neue Boeing 737 und ab 2015 6 Boeing 787 Dreamliner zur Flotte. Ausserdem gab die Airline vor Kurzem die Bestellung von drei weiteren Airbus A330-300 bekannt. Nächstes Jahr soll am Muscat International Airport das neue Terminal eröffnen, welches zunächst 12 Mio. Passagiere abfertigen kann. Nach einer langjährig ausgelegten Ausbauphase sollen jährlich dann bis zu 48 Mio. Fluggäste abgefertigt werden können.
Gleiches Ziel, andere Strategie
Auf ihrem Wachstumsweg verfolgen die Golfcarrier unterschiedliche Strategien. Emirates sieht ihre Zukunft in strategischen Partnerschaften. Allianzen bezeichnet Thierry Antinori (Executive Vice President Passenger Sales Worldwide) als ein veraltetes «Konstrukt der 90er-Jahre». Qatar Airways hingegen setzt auf ein solches Airline-Bündnis und tritt laut CEO Akbar Al Baker gegen Ende des Jahres der Oneworld-Allianz bei. Etihad setzt derweil auf Beteiligungen und verfügt bereits über Anteile an Air Berlin, Air Seychelles, Virgin Australia, Aer Lingus und Jet Airways. Ausserdem hat Etihad durch Codeshares mit z. B. Air Berlin (Oneworld), Air France-KLM (Skyteam) und neu South African Airways (Star Alliance) einen Fuss in allen drei grossen Allianzen.
Simon Benz



