GPS RETTET ZUKUNFT DES FLUGHAFENS ZÜRICH (Ausgabe 2012-41)

Der Staatsvertrag zwischen Deutschland und der Schweiz über den Flughafen Zürich steht – jetzt muss er noch ratifiziert werden. Trotz Unkenrufen von dies- und jenseits des Rheins ist zu hoffen, dass die Parlamente beider Staaten zustimmen. Mit diesem Staatsvertrag wird der Flughafen Zürich zwar von einem noch engeren Korsett als heute umschnürt, aber er und

Der Staatsvertrag zwischen Deutschland und der Schweiz über den Flughafen Zürich steht – jetzt muss er noch ratifiziert werden. Trotz Unkenrufen von dies- und jenseits des Rheins ist zu hoffen, dass die Parlamente beider Staaten zustimmen. Mit diesem Staatsvertrag wird der Flughafen Zürich zwar von einem noch engeren Korsett als heute umschnürt, aber er und seine Benutzer erhalten auch eine gewisse Rechts- und Planungssicherheit, denn der Staatsvertrag gilt ab 2020 bis mindestens Ende 2030. 

Einer der wichtigsten Punkte im Vertrag ist das Zugeständnis Deutschlands, dass der Flughafen Zürich in Zukunft modernste, sprich satellitengestützte Anflugverfahren über schweizerischem Territorium anwenden darf. Da die Schweizer Flugsicherung Skyguide bezüglich Satelliten-navigation europaweit eine sehr hohe Kompetenz aufweist, dürften die sogenannten GPS-Anflüge auf Zürich 

in den nächsten Jahren massiv an Gewicht gewinnen. Bis 2020 werden die Cockpits in den meisten Flugzeugen über die neuste GPS-Technologie verfügen, die sogar einen gekrümmten Sinkflug auf eine Piste erlaubt. Selbstredend, dass solche Verfahren vom Autopiloten geflogen werden.

Somit wäre es möglich, den Flughafen Zürich auch während den deutschen Sperrzeiten am Morgen – und insbesondere ab 18 Uhr am Abend – dank neuen satellitengestützten Verfahren weiterhin aus Norden auf die Piste 14 anzufliegen. Dieser Anflug bietet die höchste Sicherheit und die beste Kapazität. Eine mit einer Volksabstimmung, hohen Kosten sowie Sicherheits- und Kapazitätsrisiken verbundene Aufwertung der Ostpiste 28 zur Hauptlandepiste wäre somit zu umgehen. Um neue GPS-Verfahren für den Nordanflug (aus Westen und Osten) einzuführen, reicht die Zeit bis 2020 bestimmt. Ob die kommenden sieben Jahre aber auch reichen, um den risikobehafteten Ausbau der Piste 28 zu realisieren, sei dahingestellt.