Seit Mitte 2009 sind die Sicherheitskontrollen und -massnahmen an
Schweizer Airports nochmals ausgeweitet worden. Die
Flughafenangestellten werden noch intensiver durchleuchtet und
weitere Verschärfungen sind bereits in der Pipeline. Der Aufwand für
die Sicherheitsmassnahmen steigt jährlich und bewegt sich allein in der
Schweiz im dreistelligen Millionenbereich. Das Geschäft mit der
«Sicherheit» ist mittlerweile für viele ein gutes geworden. Und mit der
Angst lassen sich jegliche Verschärfungen problemlos begründen. Doch da
sei auch die Frage nach dem Nutzen erlaubt.
Betrachtet man die globale Airline-Sicherheit der vergangenen zehn
Jahre, fällt die Antwort nüchtern aus: Die Unfallzahlen des ersten
Halbjahres von 2009 bestätigen den Trend, wonach sich die
Sicherheitsrate nicht mehr verbessert, sondern stagniert. Das
renommierte englische Fachmagazin «Flight International» stellt jetzt
schon fest, dass in der Periode 2001 bis 2010 zum ersten Mal seit dem
Zweiten Weltkrieg keine Verbesserung der Flugsicherheit erzielt wird.
Und just in dieser Zeit sind die meisten der unbequemen Massnahmen bis
hin zum Flüssigkeitsverbot eingeführt worden.
Ist damit der richtige Kurs eingeschlagen? Wäre es nach dem Unfall von
Air France über dem Südatlantik nicht sinnvoller, statt noch teurere,
Flüssigkeit erkennende Scannergeräte zu entwickeln, beispielsweise über
eine neue Art der Flugdatensicherung nachzudenken? Und sollten
Menschen, die mit hoch automatisierten Flugzeugen arbeiten, anstelle
von immer mehr Papier nicht auch einen besseren praktischen Support
erhalten? Der Faktor Mensch und die Missachtung fliegerischer
Grundregeln sind nach wie vor häufige Unfallfaktoren ber bestimmt
nicht eine Flasche Mineralwasser, ein Hosengurt oder ein Sackmesser.



