Als die Idee erstmals vor ein, zwei Jahren auftauchte, gab man ihr nicht viel Kredit: Wird es die von unterschiedlichen Interessen geprägte griechische Tourismus-Industrie schaffen, sich zu einer gemeinsamen Initiative zusammenzuraufen? Denn die Promotion der Destination Griechenland war und ist erst mal Sache des Staates, d.h. der Griechischen Zentrale für Fremdenverkehr (GZF). Doch es stehen nicht mehr dieselben Mittel zur Verfügung wie einst, andererseits ist die Stärkung des Tourismus für die griechische Volkswirtschaft von eminent wichtiger Bedeutung.
Für dieses Jahr gehen die Behörden von einem Wachstum um rund 10% aus, d.h. es werden bei ca. 17 Millionen ausländischen Besuchern Einnahmen in der Höhe von elf Milliarden Euro erwartet; 2012 zählte man noch 15,5 Mio. Besucher.
Nun hat also die im Frühjahr 2013 ins Leben gerufene Initiative «Marketing Greece» Fahrt aufgenommen: Im Rahmen einer gross angelegten PR-Kampagne sollen die wichtigsten Märkte Deutschland, Österreich, Schweiz, Russland, Grossbritannien, USA und Frankreich für das Reiseland Hellas begeistert werden. Hinter Marketing Greece stehen die Verbände Association of Greek Tourism Enterprises (SETE), die Hellenic Chamber of Hotels (HCH) sowie die Hellenic Association of Communication Agencies (EDEE/HACA).
Die Mission von Marketing Greece stehe in vollem Einklang mit der nationalen Tourismus-Strategie, und man arbeite eng mit dem Tourismusministerium und der GZF zusammen, werden mögliche Bedenken über Doppelspurigkeiten oder eine Zersplitterung der Kräfte zerstreut. Der Fokus auf digitales Marketing, PR und die Produkteentwicklung im Land deutet an, dass Marketing Greece vor allem die Imagestärkung bei den Endkunden und die Ansprache neuer Zielgruppen im Visier hat, während die GFZ breiter wirkt und auch B2B-Marketing betreibt.
So erklärt sich auch, dass die grossen Schweizer Veranstalter und Vertriebsketten bis anhin von Marketing Greece nicht kontaktiert wurden aber auch die Kontakte mit der GZF sind eher spärlich. Diese zu intensivieren, dürfte nun an Athina Babakou liegen, der Direktorin der GZF in Wien, die neu auch für die Schweiz zuständig ist.
Gefragtes Reiseziel Hellas
Die grossen Schweizer Veranstalter sind mit dem laufenden Griechenland-Jahr zufrieden: Bei TUI Suisse, wo man das Portfolio straffte und dafür die TUI Hotelmarken und 1-2-Fly in den Vordergrund rückte, liegt man gleichwohl auf Vorjahresniveau. Bei Hotelplan war Griechenland schon im letzten Jahr ein Top-5-Sommerziel, das nun nochmals zulegen wird. Und bei Kuoni verzeichnet man gar eine Buchungszunahme um 25% gegenüber dem Vorjahr. Schliesslich bestätigt auch Yolanda Labaras vom Spezialisten Laros Reisen ein «gutes Griechenlandjahr». 2012 zählte man gemäss GFZ total 299619 Schweizer Besucher in Griechenland.
Beat Eichenberger



