Billiger hier, günstiger da es ist Herbst und somit die goldene
Saison der Preisvergleiche. Der unlösbaren Herkules-Aufgabe, den
günstigsten Veranstalter oder die günstigste Marke zu finden, hat
TRAVEL INSIDE sich nicht angenommen. TRAVEL INSIDE wollte konkret
wissen, ab welchen Preisen eine Familie oder ein Paar über Neujahr
verreisen kann.
Insbesondere bei Hurghada fällt auf: Aller Unkenrufe steigender Preise zum Trotz, geht
Qualität eindeutig vor Preis. So wurde von keinem der angefragten
Anbieter ein Hotel der Landeskategorie drei Sterne offeriert,
anscheinend passen solche Häuser nicht (mehr) ins Portfolio. Der
Schweizer Kunde pflegt sein Preisbewusstsein offensichtlich auf hohem
Niveau.
Ein weiteres Fazit: Um jeden Preis günstig zu sein ist nicht alles,
preislich seiner Kundenpositionierung zu entsprechen jedoch sehr viel.
So scheint Kuoni in preislicher Hinsicht für Familienferien in Hurghada
nicht attraktiv, dem Status als Veranstalter im Premiumsegment
entspricht das Angebot jedoch. Und dem Qualitätsanspruch wird Kuoni
auch der Presse
gegenüber gerecht: Offeriert wurde nicht das Familienzimmer, sondern
bewusst eine bessere Zimmerkategorie (2-Zimmer-Bungalow und Junior
Suite), weil sie der vierköpfigen Familie mit nicht mehr ganz kleinen
Kindern mehr Platz bietet. Ein Paradebeispiel von subtiler, aber
effizienter Verkaufssteuerung.
Alles andere als kundenfreundlich sind hingegen die Kataloge der
meisten berücksichtigten Anbieter. Um damit den offerierten Ferienpreis
nachzuvollziehen, braucht es viel Geduld, ein feines detektivisches
Gespür und wie es scheint auch eine Portion Glück.
Wer nun denkt, solche Rechnerei sei in Zeiten des Internets passé, hat
die Rechnung ohne Helvetic Tours gemacht. Auf deren Webseite ein
Angebot für Familienferien auszurechnen, setzt grosses Vertrauen in die
Technik voraus. Schafft man es, alle kuriosen Fehlermeldungen zu
umgehen («Bitte geben Sie den TAG zum Geburtsdatum des Kindes 3 ein»,
wenn man nur zwei Kinder angegeben hat) und zu einer Preisaufstellung
zu gelangen, hat diese kaum etwas gemein mit den im Katalog
ausgeschriebenen Preisen, und Schlagworte wie Kinder-Festpreis sucht
man vergebens. Da bleibt dem Kunden nur zu hoffen, dass der
Internetpreis unter dem Katalogpreis oder zumindest nicht darüber liegt.



