Hello stellt Geschäftsbetrieb definitiv ein (Ausgabe 2012-48)

Abgespecktes Modell bleibt chancenlos

Heute vor einer Woche zeigte sich der Hello-CEO im Gespräch mit TI noch hoffnungsvoll, innerhalb des Konkursaufschubs bis Ende Monat eine Lösung mit einem ausländischen Investor zu finden, um den Betrieb der Hello zumindest teilweise fortführen zu können. Ein paar Tage später steht nun jedoch fest: Es gibt keine Zukunft mehr für Hello. Zwar soll ein potenzieller Investor eine Absichtserklärung unterzeichnet haben, zum Geschäftsabschluss ist es aber offenbar nicht gekommen. Nun wurde das Konkursverfahren eröffnet und der Geschäftsbetrieb endgültig eingestellt.

Wie vergangene Woche in den Medien kursierte, soll es verschiedene Szenarien zur Sanierung der Hello gegeben haben. Von einer Flottenreduktion von vier auf zunächst zwei Maschinen und dem Umzug von Basel nach Zürich war die Rede sowie von einem Stellenabbau von rund 50 Prozent und einer Lohnkürzung von zehn Prozent. So weit, so gut, was Hello aber gebraucht hätte, wäre kein abgespecktes, sondern ein neues Geschäftsmodell, denn das bisherige hat ganz offensichtlich nicht funktioniert. Unter anderem ist der Airline ihre starke Abhängigkeit von Tour- Operators und das damit verbundene Klum–pen-risiko zum Verhängnis geworden – beispielsweise durch den französischen Veranstalter Starter, der seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen ist, oder durch TUI Deutschland, die ihre Verträge für den Sommer 2013 gekündigt hat. 

Airlines wie Edelweiss Air, Air Berlin oder Helvetic Airways setzen teilweise schon eine Weile auch auf den Einzelplatzverkauf. Bei Hello war dies zwar schon seit Längerem ein Thema, doch konkrete Pläne gab es erst für die Wintersaison 2013/14. Für einen Neustart von Hello wäre dieser Starttermin allerdings viel zu spät angesetzt gewesen. Für die Ausarbeitung eines neuen Geschäftsmodells hat bis Ende November schlicht die Zeit gefehlt, denn ein solches stampft man nicht von heute auf morgen und nicht ohne finanziellen Aufwand aus dem Boden. 

Dass die 155 Mitarbeitenden damit ihre Stelle verlieren, steht fest. Die Frage ist noch, wie die weitere Entlöhnung der Mitarbeitenden aussehen wird. Gemäss Medienberichten muss der Hello-Verwaltungsrat die Löhne aus den privaten Vermögen bezahlen, denn die Aktiven und Passiven der Airline befinden sich seit Montag in der Konkursmasse. Laut Hello bemüht sich der VR nun zu ermöglichen, dass die Mitarbeitenden die Differenz zur Arbeitslosenentschädigung bis Ende Januar 2013 erhalten. Am Ausdruck «bemüht sich zu ermöglichen» dürfte die Hello-Belegschaft allerdings nicht viel Freude haben.