Mit den Charter- und Linienflügen, die Helvetic Airways für den Sommer
2009 auflegt (siehe Box), ist die vierte Maschine zu 70 Prozent
ausgelastet. Damit, so CEO Bruno Jans, habe man die Möglichkeit, auch
in Zukunft flexibel zu sein. Die freien Kapazitäten können je nach
Bedarf mit Ad-hoc-Charter- und Verdichtungsflügen gefüllt werden. So
gewährleistet man auch gegenüber Partner Swiss eine gewisse Sicherheit.
Nach wie vor stehen drei der vier Fokker 100 in einem vertraglich über
mehrere Jahre festgelegten Wetlease im Einsatz bei Swiss.
Die Airline hat so ein Geschäftsmodell, in welchem durch die
Vollcharter ein gesichertes Einkommen in die Kasse der Airline gespült
wird. Auf den Teilcharter sowie auf der Linie kann Helvetic Airways die
Flüge auch im Einzelplatzverkauf anbieten. Dadurch kann sich die Marke
Helvetic Airways direkt im Markt positionieren und profilieren.
Die Resultate sprechen laut CFO Tobias Pogorevc eine deutliche Sprache:
«Wir schreiben dieses Jahr schwarze Zahlen. Am Ende des
Geschäftsjahres, per 31. März 2009, erwarten wir ein
operatives Betriebsergebnis von CHF 5 Mio. und eine halbe Million
transportierter Flugpassagiere.» Für das Geschäftsjahr 2009/10 ist er
zuversichtlich. Laut Besitzer Martin Ebner ist die Airline zwar noch
nicht selbsttragend, aber man sei diesem Ziel sehr nahe.
Ende Juni 2008 zog Helvetic Airways die Handbremse und kündigte an,
auch mit ihrer vierten Fokker 100 aus der Linienfliegerei auszusteigen
und sich ausschliesslich auf die Charter- und Bedarfsfliegerei zu
konzentrieren. Die Gründe für diese Defensive waren das schlechte
Geschäft während der Euro 08 und natürlich die stark angestiegenen
Treibstoffpreise. Kurze Zeit später, als die Ölpreise wieder sanken,
hat sich Helvetic dafür entschieden, über die Weihnachtsfeiertage
wieder Linienflüge durchzuführen.
Entsprechend fliegt die Airline zwischen dem 18. Dezember und dem 6.
Januar jeweils zweimal täglich nach Süditalien entweder nach
Brindisi, Catania, Lamezia Terme, Olbia oder Palermo sowie nach Ohrid
und Skopje in Mazedonien.
Während dieser schwierigen Zeit war man mit der Swiss in Gesprächen, ob
auch die vierte Fokker ins Wetlease von Swiss integriert werden sollte.
«Hätte Swiss tatsächlich auch die vierte Maschine übernommen, hätten
wir eine zusätzliche Maschine dazugekauft. Bei den tiefen Margen
verdienen wir das Geld hauptsächlich auf der Linie», so Ebner. Durch
das regelmässige Einkommen, das durch das Wetlease mit Swiss generiert
wird, ist das Geschäftsergebnis für die kleine Airline einer-seits
kalkulierbarer geworden, andererseits gewinnt man durch die zusätzliche
Linienmaschine an Flexibilität.
Simon Benz
Horizon Swiss Flight Academy
Helvetic Airways hat mit der Flugschule Horizon Swiss Flight
Academy, die wie die Airline der Firma Patinex von Martin Ebner gehört,
direkten Zugriff auf Piloten und Kabinenpersonal. Neben dem neuen
Flugsimulator D-SIM-42 Twin Star werden die angehenden Piloten auf dem
Schulflugzeug Diamond DA42 Twin Star geschult. «Durch die Rekrutierung
des Flugpersonals aus der eigenen Flugschule können wir eine Kultur
heranziehen und sichern damit die Qualität unseres Personals.
Hinsichtlich des drohenden Pilotenman-gels ist das wichtig», sagt CEO
Bruno Jans.



