HP Group: weniger Umsatz – MTCH schreibt operativen Verlust (Ausgabe 2010-11)

Für das laufende Geschäftsjahr rechnen die Verantwortlichen mit markanter Ergebnisverbesserung.

Der im April 2010 abtretende CEO der Hotelplan Group, Christof Zuber,
spricht bezüglich des Jahresabschlusses 2008/09 (per 31. Oktober 2009)
und der Aussichten für das laufende Geschäftsjahr Klartext: «Ich kann
mit dem Ergebnis für das abgelaufene Jahr nicht zufrieden sein. Nun
kommen aber unsere abgeschlossene Restrukturierung und
Kosteneinsparungen zum Tragen. Das Geschäftsjahr 2009/10 wird auf
Ebitda-Stufe wesentlich besser ausfallen.»

Der Gruppenumsatz liegt mit 1,618 Mia. Franken um 16,1% unter Vorjahr,
wobei der Währungseffekt durch den schwachen Euro und das tiefe Pfund
alleine 5,1% beträgt, wie Markus Glesti, CFO der Hotelplan Group,
ausführt. Der Bruttogewinn reduzierte sich um 19,1% auf 294 Mio.
Franken, der Ebitda schrumpfte um 82,8% auf 7,1 Mio. Franken. Letztlich
resultiert ein Ebit-Verlust von 21,6 Mio. Franken. Der Reingewinn oder
-verlust (Unternehmensergebnis) wurde nicht mehr kommuniziert. Im
Berichtsjahr reisten 1,718 Mio. Kunden mit der Hotelplan Group. Die
Mitarbeiterzahl reduzierte sich von 2983 auf 2451 (davon rund 200 in
der Schweiz, viele durch natürliche Abgänge und 180 durch den Verkauf der restlichen 51% an Belair an die Air Berlin).

Die als mtch bekannte Geschäftseinheit Schweiz erzielte im
Vorjahresvergleich einen um 8,3% oder 71,6 Mio. Franken tieferen Umsatz
von 790,7 Mio. Franken. Der Ebitdar liegt mit 13,4 Mio. Franken um
37,4% hinter Vorjahr, operativ resultierte ein Verlust von 1,8 Mio.
Franken. Laut Thomas Stirnimann, CEO von MTCH, konnte Denner Reisen den
Umsatz verdoppeln, Mig-
ros Ferien erzielte knapp 40 Mio. Franken Umsatz, was den Erwartungen
entspreche, und Hotelplan habe den Umsatz um 5% steigern können. Auf
der Verliererseite stehen Tourisme Pour Tous (TPT) mit einem
Umsatzminus von 8% sowie Travelhouse mit 18% weniger Umsatz.

Stirnimann zum Resultat und den Aussichten: «Der operative Verlust ist
natürlich nicht gut. Wir haben einen grossen Umbau hinter uns. Die
Strukturänderungen und Kosteneinsparungen wurden konsequent umgesetzt
und werden im laufenden Geschäftsjahr voll wirksam. Migros Ferien und
Denner Reisen sind sehr erfolgreich, hier wollen wir den Umsatz innert
kurzer Zeit auf über 100 Mio. Franken steigern. Im laufenden
Wintergeschäft liegen wir rund 10 bis 15% hinter Vorjahr, für das
Sommergeschäft haben wir bis jetzt noch keine 30% in den Büchern. Aber
es zeichnet sich eine Beruhigung der Situation ab, das zeigen die stark
ansteigenden Geschäftsreisen-Transaktionen.»

Urs Hirt

Travelwindow steigerte die Erlöse nochmals um 50%, so Stirnimann, und
Interhome konnte den Umsatz auf Vorjahresniveau halten sowie einen
Ebitda von 4,3 Mio. Franken erzielen. Währungsbereinigt liegen die
Zahlen deutlich über Vorjahr. Hotelplan Italien erzielte einen um 63,1%
tie
feren Umsatz (183,2 Mio. Euro) und einen kleinen operativen Verlust;
England weist einen Umsatz von 156,4 Mio. Pfund (–15,0%) und einen
operativen Gewinn von 5,5 Mio. Pfund aus.

Das Fazit von Zuber zum Geschäftsjahr 2008/09: «Die im Sommer 2009
angekündigte operative Profitabilität als neues Ziel haben wir
erreicht. Wir verfügen über eine sehr robuste Bilanz, Reisen war
günstiger als im Vorjahr, die akquirierten Gesellschaften sind voll
integriert und profitabel und die neuen Geschäftsmodelle auf gutem Weg.»
Zu den Aussichten meint Christof Zuber: «Stand heute haben wir rund 50% des
Jahres-Gruppenumsatzes für 2009/10 in den Büchern. Der Ebit 2008/09 von
minus 21 Millionen Franken wird für das laufende Geschäftsjahr nicht
mehr negativ sein.»
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