Iberia rüstet sich für raue Zeiten (Ausgabe 2008-37)

Für Iberia hängt viel ab vom Gesuch um Antitrust-Immunität zusammen mit AA und BA.

Auch bei Iberia war der Treibstoff anlässlich der Präsentation der
Halbjahreszahlen im August ein Hauptthema. 732,1 Mio. Euro musste die
Gruppe in den ersten sechs Monaten des Jahres 2008 für den benötigten
Treibstoff bezahlen. Das sind mehr als 27% der wiederkehrenden
operationellen Kosten und sogar mehr als 30% der Gesamtkosten des
Transportgeschäfts. Im Vergleich zur selben Periode des Vorjahres sind
Iberias Treibstoffkosten um mehr als einen Drittel (199,5 Mio. Euro;
37,5%) gestiegen.

AufGrund der Treibstoffkosten musste die Iberia-Gruppe im ersten
Halbjahr 2008 einen operativen Verlust vor Steuern und Zinsen von rund
32 Mio. Euro vermelden. Gesamthaft konnte aber noch ein Gewinn von 20,7
Mio. Euro verbucht werden, was sogar mehr ist, als erwartet. Der nur
beschränkt aussagekräftige Ebitdar (Ergebnis vor Zinsen, Steuern,
Abschreibungen und Leasingverträgen) beträgt 259,3 Mio. Euro und ist
damit gut 34% tiefer als im ersten Halbjahr 2007.

Als positiv gilt hingegen der stabil gebliebene Umsatz von 2,67 Mia.
Euro – trotz der Abwertung des US-Dollars im ersten Halbjahr. Die
Auslastung über alle Bereiche beträgt 79,6%. Auf den Langstrecken, die
mehr als 60% des ganzen Iberia-Verkehrs ausmachen, waren die Flugzeuge
zu 85,3% ausgelastet, auf den internationalen Mittelstrecken jedoch nur
zu 71,5%.

Solche Zahlen und die weiterhin schwierigen Aussichten mit hohen
Rohstoffpreisen zeigen, dass weitreichende Massnahmen notwendig sind.
Diese wurden Mitte August von Iberia, British Airways und American
Airlines angekündigt mit der Unterzeichnung eines sogenannten «Joint
Business Agreement» für ihre Flüge zwischen Nordamerika und Europa.
Innerhalb dieser Vereinbarung wollen die drei Airlines auf den
relevanten Strecken kommerziell kooperieren, ohne den Status als
juristisch eigenständige Unternehmen aufzugeben.

Zu diesem Zwecke wurde beim US-Departement für  Transport ein
Gesuch um weltweite Antitrust-Immunität (Freistellung von
kartellrechtlichen Beschränkungen) hinterlegt und die zuständigen
EU-Behörden wurden informiert.

Laut Fernando Conte, CEO und Chairman von Iberia, kommt die
Vereinbarung vorrangig den Kunden zugute: «Am meisten profitieren
werden die Kunden von dieser Verbindung, weil sie bessere Verbindungen
zu mehr Destinationen haben werden.»

Bei Iberia, British Airways und American Airlines ist man
zuversichtlich, dass ihr Gesuch bewilligt wird, insbesondere weil sechs
Fluggesellschaften von Sky Team und neun Mitglieder der Star Alliance
bereits transatlantische Antitrust-Immunität geniessen.

Fernando Conte unterstreicht denn auch, dass das Joint Business
Agreement nicht nur Kunden zufriedenstellen und die Profitabilität der
drei Airlines steigern soll, sondern eine wichtige Massnahme ist, um
deren Überleben in einem immer ruppigeren Umfeld zu sichern: «Das
Agreement wird den Wettbewerb stärken, weil die drei globalen Allianzen
gleich lange Spiesse
haben werden. Es ist ein sehr wichtiger Schritt zur Konsolidierung, die in der heutigen Flugindustrie notwendig ist.»

Sara Marty

Transit am Flughafen Madrid Barajas

Der Flughafen Madrid Barajas hat drei ältere (T1, T2, T3) und
ein neues, preisgekröntes Terminal (T4) mit zusätzlichem
Satelliten-Terminal (T4S). Letzterewerden mittels eines kleinen,
führerlosen Zuges verbunden; die Fahrt dauert gut vier Minuten. Die
Terminals 1 bis 3 sind mit einer eigenen Haltestelle an das Madrider
U-Bahnsystem angebunden, nicht hingegen das T4.
Gut zu wissen: Passagiere, die mit Swiss nach Madrid fliegen und von
dort auf einen Iberia-Flug nach Südamerika oder Spanien-Inland
umsteigen, müssen unbedingt genügend Transitzeit einplanen. Flüge der
Swiss International Airlines werden nämlich im T1 abgewickelt, alle
Iberia-Flüge hingegen im T4. Die Terminals sind mittels kostenloser
Shuttle-Busse verbunden; der Terminalwechsel kann jedoch geraume Zeit
dauern.   

SAM