In ungeahnte Höhen kletternde Erdöl- und Kerosinpreise, damit verbunden
explodierende Kosten, die angekündigte Fusion mit British Airways,
welche durch deren mögliche Fusion mit Qantas zunichte gemacht worden
wäre, angestrebte Anti-Trust-Immunität mit American Airlines 2008 war
für Iberia ein bewegtes Jahr mit langfristigen und weitreichenden
Auswirkungen.
Francisca Jiménez, Commercial Manager Iberia Switzerland, ist nicht
unzufrieden mit dem abgelaufenen Jahr 2008: «Wir haben die
Netflown-Resultate von Dezember noch nicht, aber wir sollten das Jahr
leicht über dem Vorjahr abschliessen.» Lateinamerika ist bei Iberia im
Expansionsfokus, und die Airline betont gerne, dass sie der einzige
Carrier ist, der Mittelamerika seit 1971 ununterbrochen bedient. So hat
die Airline ihre Verbindungen nach Guatemala und Panama am 4. Januar
auf vier wöchentliche Flüge aufgestockt.
Iberia ist auch die einzige europäische Gesellschaft, die täglich nach
Costa Rica fliegt, eine Destination, die auch aus der Schweiz beliebt
ist, wie Francisca Jiménez erläutert: «Allgemein kann man sagen, dass
es für Costa Rica, Mexico, Chile, Kolumbien und Argentinien ein gutes
Jahr war. In Brasilien haben wir jedoch verloren.» Sie betont aber
auch, dass die Mittel- und Südamerika-Destinationen aus der Schweiz im
Business-Bereich nach wie vor am Wachsen seien.
Die angestrebte Fusion mit British Airways (BA) würde einerseits Iberia
entlasten, und falls von Erfolg gekürt den Druck auf die
Konkurrenten Air France-KLM und Lufthansa erhöhen. Doch noch steht
nichts fest, und die Informationen fliessen spärlich, wie auch
Francisca Jiménez sagt:
«Die Verhandlungen werden vom Hauptsitz aus geführt und wir erhalten
wenig Information. Es hat verschiedene Arbeitsgruppen, die zusammen in
allen möglichen Bereichen die Synergien am ausarbeiten sind. Bis
spätestens Frühling/Sommer sollte feststehen, ob es zur Fusion kommt
und wie sie aussehen wird.»
Prognosen, wann die Auswirkungen der Fusion im Schweizer Markt zu
spüren sein werden, kann sie darum nicht machen, die Vorteile für die
Kunden seien jedoch gross: «Die Kunden werden sicher von einem viel
grösseren Streckennetz und kombinierbaren Tarifen profitieren können.»
Für die Agenten hingegen sollte es laut Francisca Jiménez keine grossen
Änderungen geben. «Es könnten höchstens die Verkaufsteams beider
Airlines zusammengeführt werden.»
Schneller spürbar werden vielleicht die Folgen des Joint Business
Agreement zwischen den fünf One-World-Mitgliedern American Airlines,
British Airways, Iberia, Finnair und Royal Jordanien sein: «Wir warten
immer noch auf die Genehmigung, welche jedoch bis im Frühling erwartet
wird», sagt Francisca Jiménez. Dann ist auch Iberia in der Lage, mit
ihren Partnern das Netzwerk und wichtiger Preise abzusprechen
«Dieses Jahr vorauszusagen ist sehr schwierig», ist sich Francisca
Jiménez bewusst, dennoch ist sie zu-versichtlich: «Die Vorausbuchungen
sehen schlechter aus, aber diese sind nicht so aussagekräftig, da wir
in den letzten zwei Monaten festgestellt haben, dass viel kurzfristiger
gebucht wird. Vor allem im Commercial- Bereich.»
Sara Marty
Fusion Clickair und Vueling
Anfang Januar hat die EU-Kommission die Fusion des spanischen
Low Cost Carriers Vueling mit der Iberia-Tochter Clickair bewilligt.
Allerdings knüpfen die europäischen Wettbewerbsüberwacher den
Zusammenschluss an bestimmte Auflagen: So müssten alle drei
Fluggesellschaften, also Clickair, Vueling wie auch Iberia, Start- und
Landerechte in Barcelona, Heimatflughafen von Clickair wie auch
Vueling, und an anderen Flughäfen abgeben, um Wettbewerbsnachteile für
Konkurrenten zu vermeiden, wie die Kommission begründet.
Die neue Airline wird mit einer Flotte von 45 Flugzeugen, rund 2000 Mitarbeitern
und täglich 300 Verbindungen auf 112 Routen die drittgrösste Fluglinie
Spaniens nach Iberia und der SAS-Tochter Spanair sowie der grösste
Billigflug-Anbieter des Landes.
SAM



