Irgendwie erinnert einen der London City Airport an das «Möösli», den
Flugplatz unserer Bundeshauptstadt. Klein und unkompliziert, aber mit
viel mehr Betrieb. Da wie dort dominieren kleine Flugzeuge die kurzen
Pisten sind nicht für Grossraummaschinen konzipiert.
British Airways (BA) sorgt nun allerdings dafür, dass auf dem Flughafen
in den Londoner Docklands neben den Jumbolinos und Turbopropmaschinen
auch etwas grössere Flugzeuge zu sehen sind: Embraer 170 und Airbus
A318.
Die Embraer werden von der BA-Tochter City Flyer eingesetzt. Bis im
Frühling 2010 werden elf der aus Brasilien stammenden
Regionaljets sechs des Typs 170 und fünf 190SR die bisherigen Avro
RJ100 (zehn) und RJ85 (zwei) ersetzen. City Flyer hat ausserdem eine
Option auf drei weitere E190.
Mit ausschlaggebend für den Entscheid zugunsten von Embraer (und gegen
Bombardiers Q400) waren neben der kundenfreundlichen, grösseren Kabine
mit 2-2-Bestuhlung insbesondere die höhere Geschwindigkeit und die
Umweltfreundlichkeit der Maschinen sowie die im Vergleich zu den Avros
um rund einen Drittel günstigeren Betriebskosten, wie Peter Simpson,
Managing Director City Flyer, kürzlich an einem Medienanlass in London
ausführte.
Die Bestellung der Regionaljets erfolgte erst im Dezember 2008 BA
dürfte zu jenem Zeitpunkt zu einem günstigen Deal gekommen sein.
Konkrete Angaben zum Kaufpreis wurden keine gemacht, doch John Doyle,
Director Sales and Marketing Embraer Europe, gab unumwunden zu, dass
Embraer British Airways unbedingt als neuen Kunden gewinnen wollte
daraus habe sich eine klassische Win-win-Situation ergeben.
Die ersten Embraer 170 sind bereits im Einsatz. Die 76-plätzigen
Mittelstreckenmaschinen sollen ab Dezember auch auf der Zürich-Route
eingesetzt werden. Die grösseren, 98-plätzigen E190 werden im Frühling
2010 abgeliefert.
Hans-Rudolf Baumann, London
Comeback des prestigeträchtigen Flugs BA0001
Seit ein paar Tagen gibt es wieder einen Flug mit der
prestigeträchtigen Bezeichnung BA0001. Mit dieser früher für den
Concorde-Flug LondonNew York verwendeten Flugnummer signalisiert
British Airways, dass es sich auch bei ihrer neusten Verbindung
zwischen diesen beiden Weltstädten um etwas Spezielles handelt.
BA0001 startet täglich ausser samstags um 12:50 auf dem London City
Airport (LCY) und kommt nach einer Zwischenlandung in Shannon (Irland)
um 17:15 auf dem John F. Kennedy Airport in New York an.
Als Fluggerät kommt ein Airbus A318 zum Einsatz, der mit lediglich 32
Sitzen der BA-Klasse Club World ausgestattet ist. Diese A318, das
kleinste Flugzeug der Airbus-Familie, ist für einen Anfluggleitwinkel
von 5,5 Grad zugelassen, der für die Landung in London City Bedingung
ist.
Die Sitze der Club-World-Kabine lassen sich in komfortable Liegen
verwandeln. Die Passagiere können während des Flugs E-Mails empfangen
und senden sowie Internet und Handy benutzen.
Mit einer Reisezeit von insgesamt 9 Stunden und 45 Minuten ist BA0001
etwa 90 Minuten länger unterwegs als ein direkter Transatlantikflug.
Grund dafür ist die kurze Piste von LCY: Die A318 kann da nicht
vollgetankt starten. Der Tankstopp in Shannon hat für die Passagiere
den positiven Nebeneffekt, dass sie dort die Einreiseformalitäten in
die USA vornehmen können und in JFK als Inland-Passagiere gelten.
Ein weiterer gewichtiger Trumpf für den neuen Flug ist die Eincheckzeit
in LCY: 15 Minuten vor Abflug. Der Rückflug erfolgt nonstop.
Willie Walsh, CEO von British Airways, weist darauf hin, dass die A318
das «unübertroffene Flugangebot von BA zwischen den zwei grössten
Finanzzentren der Welt» noch verstärke: «Die A318 ist zwar unser
kleinstes Flugzeug, doch kommt ihr eine grosse Rolle zu, da sie auf der
Route LondonNew York Komfort und Stil in neuer Dimension einführt und
unsere Entschlossenheit zeigt, in die Zukunft zu investieren.»
Ab Mitte Oktober wird BA sechsmal wöchentlich je zwei tägliche Flüge
LCYJFK anbieten (Flugnummern BA0001 bis BA0004).
HRB



