Die 49%-Beteiligung von Air Berlin an Belair schlägt im Sommer 2008 erstmals so richtig durch. Die drei Maschinen von Belair (4T) werden unter der Führung von Air Berlin (AB) so viel in der Luft sein wie noch nie zuvor. Gemeinsam bietet man total neu 55 Destinationen, die nonstop ex Zürich (43) bzw. Basel (12) angeflogen werden, davon aber erst deren neun auf der Langstrecke aus Zürich heraus.
Welcher Two-Letter-Code angewendet wird, ist eher sekundär. Denn wo morgen noch 4T drauf steht, steckt heute schon AB drin sowohl bei beiden B-757 von 4T, welche künftig mit Air Berlin angeschrieben sein werden, wie auch bei der B-767, deren Schriftzug Belair bleibt, die Bemalung aber neu in den Farben von AB daherkommen wird. Ähnlich geschieht dies derzeit bei allen Langstreckenmaschinen von LTU. Die deutsche Charterfluggesellschaft hat Air Berlin bekanntlich zu 100% übernommen.
Das Ende der Fahnenstange ist in der Schweiz noch lange nicht erreicht. Weshalb? Die Synergien, die Air Berlin hierzulande für den Sommer 2008 ausschöpft, umfassen erst die gemeinsamen Möglichkeiten mit Belair. Diejenigen mit LTU (LT) werden wohl erst auf den Winter 2008/09 zum Tragen kommen. Weder im laufenden Winter noch im kommenden Sommer wird von Air Berlin aus der Schweiz aktiv auf die Langstreckenverbindungen von LTU ab Deutschland zurückgegriffen.
Wie wäre es mit Zürich als neuem Drehkreuz für gemeinsame Langstrecken von Air Berlin, Belair und LTU? Norddeutschen Kunden zum Beispiel dürfte es egal sein, ob sie für ihre Überseeflüge nach Düsseldorf, München oder eben Zürich fliegen; umsteigen müssen sie ohnehin. Und ob die Reise danach mit 4T oder LT weitergeht, ist ebenfalls egal, weil das Schweizer Kreuz in jedem Fall auf keiner Heckflosse mehr zu sehen ist. Selbstverständlich ist eine schweizerische Eingliederung der Strecken von LTU auch mit Zubringern von Air Berlin von Zürich bzw. Basel nach Deutschland denkbar.
So oder so gibt Air Berlin vor, wie man sich das neue Ferienflugzeitalter vorzustellen hat. Die klassischen Charterketten mit totalem Veranstalterrisiko sind praktisch tot. «Holiday Flights» lautet das neue Credo auch wenn dies hierzulande vor allem Kuoni mit der hauseigenen Edelweiss Air anders sehen dürfte. Liegt dieser Einschätzung der Neid zugrunde, dass Hotelplan mit Air Berlin den idealen Deal vorlegen konnte?



