Wer innerhalb der Karibik auf dem Luftweg unterwegs ist, kommt in vielen Fällen nicht an der Liat vorbei. Sie bietet das kompletteste und dichteste Angebote innerhalb der Karibik an. Die Regionalairline hat ihren Sitz in St.Johns (Antigua und Barbuda), unterhält aber weitere Drehkreuze in Bridgetown (Barbados) und auf Trinidad und Tobago. Das Netz ist relativ dicht und die Frequenzen hoch; angeflogen werden Anguilla, Antigua, Barbados, Canouan, Curaçao, Dominica, Grenada, Guyana, Guadeloupe, Martinique, Nevis, Puerto Rico, Santo Domingo, St.Kitts, St.Lucia, St.Maarten, St.Croix, St.Thomas, St. Vincent, Tortola und Trinidad. Zudem bietet Liat verschiedene Airpässe an. Die Reputation von Liat ist allerdings zweifelhaft; immer wieder hört man von zahlreichen Beschwerden wegen Verspätungen, schlechtem Kundenservice und verlorenen Gepäckstücken.
Winair ist vor allem deshalb beliebt, weil sie mit Air France-KLM, British Airways und US Airways kooperiert, was gute Anschlussmöglichkeiten und ein Durchchecken von Gepäck ermöglicht. Winair, eigentlich Windward Islands Airways, ist eine niederländische Airline und hat ihre Homebase auf St.Maarten. Von dort aus deckt sie vor allem den nordöstlichen Karibikraum ab und steuert täglich auch kleine Inseln wie Saba, St. Eustasius oder St.Barths an.
Caribbean Airlines gilt als Nachfolger der BWIA West Indies Airways, die 2006 ihren Betrieb einstellen musste. Von ihrer Basis Port-of-Spain aus unterhält Carribean diverse innerkaribische Routen, fliegt aber auch auf den südamerikanischen Kontinent (nach Caracas, Guyana und Suriname) und sogar nach Nordamerika (Miami, Fort Lauderdale, Toronto und New York). Zudem besteht von London nach Barbados (wo Caribbean Airlines ein weiteres Drehkreuz unterhält) ein Codeshare-Abkommen mit British Airways.
Im Mai 2011 hat Carib-bean Airlines Air Jamaica übernommen und wurde damit zur grössten Airline der Karibik. Sie eröffnete damit einen neuen Hub in Kingston; Air Jamaica, früher ebenfalls mit vielen innerkaribischen Routen, konzentriert sich seither darauf, Jamaika mit Nassau (Bahamas), Fort Lauderdale sowie New York, Philadelphia und Toronto zu verbinden.
Als vierte «grosse Kraft» in der Karibik hat sich Insel Air positioniert. Sie befindet sich im Privatbesitz und fliegt von Curaçao aus auf die Nachbarinseln Aruba und Bonaire, aber auch nach Jamaica, Haiti, St.Maarten und Puerto Rico. Dazu existieren diverse Verbindungen nach Venezuela, Suriname, Kolumbien und in die USA (Charlotte, Miami).
Daneben existiert eine Vielzahl von kleinen Regionalairlines, die meist mit einem einzigen Drehkreuz auf einer der karibischen Insel operieren und üblicherweise vier bis fünf Destinationen anfliegen. Insbesondere aus der Südkaribik existieren dabei zahlreiche Verbindungen auf den südamerikanischen Kontinent. Ein guter Überblick findet sich im Trade-Bereich des offiziellen Portals der Caribbean Tourism Organization
(www.karibik-info.de).
Stefan Jäggi



