Internetadressen: Das Rennen auf «.reise» wird eröffnet (Ausgabe 2014-14)

Die deutschsprachige Reisebranche erhält eine eigene Top Level Domain. Die Registrierungsphase beginnt bald.

.ch, .com, .org – solche Endungen von Internetadressen ist man sich heute gewöhnt. Die Auswahl dieser so genannten Top Level Domains wird nun aber deutlich grösser. Da gerade kurze und einprägsame Adressen alle schon vergeben sind, werden seit März 2013 schrittweise neue Endungen eingeführt, zum Beispiel .blog, .web, .shop und eben auch .reise. 

Die deutsche Firma Dotreise GmbH, die 2010 extra zu diesem Zweck gegründet wurde, hat Mitte März das Exklusivrecht zur weltweiten Verwaltung dieser .reise-Domains erhalten. Tourismusverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind im Beirat von Dotreise vertreten.

Wer eine Internetadresse mit der Endung .reise registrieren will, muss an folgendem Prozedere teilnehmen:

• Ab Juli 2014 können in einer vierwöchigen «Sunrise-Phase» die Inhaber von eingetragenen Wortmarken Domains mit ihrem eigenen Firmen- oder Markennamen registrieren.

• Im August 2014 gibt es eine siebentätige, öffentliche Online-Auktion für Premium-Domains, zum Beispiel www.kreuzfahrt.reise oder www.ski.reise. Gemäss Dotreise wird der Startpreis in über 90% der Fälle bei EUR 1 liegen.

• Ab Ende August 2014 kann dann jedes Mitglied der Reise- und Tourismuswirtschaft eine Domain nach dem «First come, first served»-Prinzip registrieren.

Der Vorteil einer .reise-Domain liegt gemäss Dotreise in «ihrer intuitiven Verständlichkeit» – es sei schon bei der Suchanfrage klar, dass es sich um eine Reise-Seite handelt. Gerade Fremdenverkehrsämter und Incoming-Agenturen könnten ihre deutschsprachigen Kunden so gezielter erreichen. Kritiker der neuen Domains monieren, dass dies nur eine Verlegenheitslösung sei und sich die Leute weiterhin primär an den bekannten Endungen wie .com oder 

-.ch orientieren würden. 

Der Run auf die neuen Adressen ist jedenfalls gross. Da einige Provider bereits seit mehreren Monaten Vorbestellungen annehmen, liegen gemäss Dotreise bereits rund 30000 provisorische Reservationen vor.

Stefan Jäggi