Intersky erhält Flottenzuwachs im Doppelpack (Ausgabe 2012-33)

Der Regiocarrier kauft zwei ATR 72-600 und verdoppelt damit sein Sitzplatzangebot.

Nachdem Intersky laut Geschäftsführerin Renate Moser vor einem Jahr noch «sorgenvoll» in die Zukunft blickte und sich von einer der damals vier Maschinen trennen musste, stehen die Zeichen heuer aufgrund der Zusammenarbeit mit der Intro-Gruppe um Hans Rudolf Wöhrl und Peter Oncken auf Wachstum. 

«Wir sind so optimistisch, dass wir uns entschlossen haben, das Sitzplatzangebot der Intersky ab dem kommenden Jahr, durch den Kauf von zwei Flugzeugen, zu verdoppeln», so Moser. Die Regional-Airline kauft zwei fabrikneue ATR 72-600 mit jeweils 70 Sitzplätzen und fügt diese in die bestehende Flotte der drei 50-plätzigen Dash 8Q-300 ein. Die Investition für die zwei Flugzeuge beläuft sich auf USD 47 Mio. zuzüglich Ersatzteilen. Die erste Maschine stösst im Dezember 2012 dazu, die zweite im März 2013. 

Laut Peter Oncken, geschäftsführender Gesellschafter von Intersky und Intro, fiel die Wahl auf die ATR 72–600, weil sie «extrem zuverlässig und sensationell wirtschaftlich» ist. Nur mit der ATR sehe er Intersky in der Lage, dem starken Wettbewerb im Luftverkehr die Stirn zu bieten. 

Für die Airline spielten aber vor allem der geringe Treibstoffverbrauch – laut Oncken liegt dieser etwa bei der Hälfte pro Passagier, im Vergleich zu einer klassischen Boeing 737 – und der leise Antrieb eine entscheidende Rolle. 

Auch wenn es für die kleine Airline wirtschaftlich nicht einfach zu stemmen war, hat man sich für neue Flugzeuge entschieden. «Diese garantieren zum einen nicht nur das höchste Mass an Sicherheit und Bequemlichkeit, sondern zum anderen gibt es diesen modernen Typ bisher nicht auf dem Gebrauchtmarkt», so Oncken. 

Die Umschulung der Piloten und Techniker auf den neuen Maschinentyp soll  bereits in den nächsten Tagen starten.

Mit Aussagen zum künftigen Streckenprogramm hält man sich bei Intersky noch zurück. Besonders interessant, so teilt die Fluggesellschaft mit, wäre jedoch ein Zubringerdienst nach München. Dieser funktioniere aber nur, wenn insbesondere Lufthansa oder andere grosse Gesellschaften diese  Verbindung mit ihrem Langstreckenangebot abstimmen würden. Entsprechende Gespräche werden laut Intersky seit geraumer Zeit geführt. 

Ziemlich sicher sei jedoch, dass eine der neuen ATR die deutlich kleinere Dash 8Q-300 auf bestehenden Strecken ersetzen wird, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden.

Die Flottenvergrösserung hat auch Auswirkungen auf die Anzahl der Mitarbei-tenden der Airline. Laut Renate Moser soll der Personalbestand von heute rund 100 Mitarbeitenden ab dem Winterflugplan 2012/13 um etwa 100 Personen aufgestockt und damit rund verdoppelt werden.

Simon Benz