Intersky verzeichnet starkes Wachstum im Markt Schweiz (Ausgabe 2012-45)

Am 7. Januar 2013 startet die neue Verbindung Graz–Zürich. Weitere Flüge ex Schweiz werden evaluiert.

Die Regionalfluggesellschaft Intersky erhält in wenigen Wochen die erste von zwei fabrikneuen ATR 72-600 mit jeweils 70 Sitzplätzen. Der Ausbau der Flotte unterstreicht den Wachstumskurs der österreichischen Airline, die einst mit Flügen ab Bern (von 2001 bis 2005) begann und inzwischen der grösste Carrier in Friedrichshafen am Bodensee ist.

Ab der Schweiz bedient Intersky mehrere Routen. Im nächsten Jahr werden die Flüge ab Zürich nach Zadar (Charter für Croaticum) sowie nach Elba (Linie) wieder aufgelegt. Elba wird auch ab Genf angeflogen. Dazu wird ausgebaut: Ab dem 7. Januar wird ab Zürich neu die steirische Hauptstadt Graz zwei Mal pro Tag angeflogen. Zum Einsatz kommt jeweils eine Dash-8 300Q mit 50 Sitzplätzen. 

Die Expansion kommt nicht von ungefähr, denn in der Schweiz läuft es rund. Laut Roger Hohl (Leiter Verkauf & Marketing) liegt Intersky bei den Passagierzahlen ex Zürich und Genf aktuell 24,9% über dem Vorjahr, die Auslastung erreicht gute 75,5%. 

Dass der Nischencarrier so erfolgreich ist, hat auch mit Modernisierung zu tun: «Intersky ist mittlerweile in vollem Umfang kooperationsfähig, dank IATA- und IOSA-Zertifizierung», sagt Hohl. Für die im September erlangte IATA-Mitgliedschaft musste sich Intersky einer Qualitätskontrolle in den Bereichen Sicherheit, Unternehmenskultur und Finanzen unterziehen. Weiter gibt es seit wenigen Monaten ein Web-Check-in, und seit Sommer 2012 ist auch eine kreditkarten- sowie bargeldlose Zahlung über Web möglich (Sofortüberweisung mittels Online-Banking). 

Das Bordprodukt wurde ebenfalls angepasst: Der Kauf von Snacks und Getränken wurde abgeschafft, dafür gibt es süsse oder salzige Snacks, Soft- und Heissgetränke sowie alkoholische Getränke unlimitiert gratis.

Hohl freut besonders die starke Zunahme von Verkäufen im B2B-Kanal mittels GDS-Buchungen: «Unser Zuwachs auf allen Routen im ganzen Streckennetz von Januar bis Oktober 2012 liegt bei über 25%, obwohl wir gleichzeitig rund 20% weniger Produktion am Markt haben, mit nur noch drei statt vier Flugzeugen. Für 2012 erwarten wir ein leicht positives Ergebnis. Das ist nicht selbstverständlich nach dem schwierigen Jahr 2011.»

Eine Rückkehr nach Bern auf der Linie sei «unter den derzeitigen Marktgegebenheiten» nicht geplant, führt Hohl weiter aus, «sollten sich aber sinnvolle Nischen, etwa im Charterbereich, ergeben, dann ist dies jederzeit möglich». Intersky ist im Charterbereich derzeit sowieso recht aktiv. Laut Hohl werde derzeit eine weitere Charterstrecke nach Kroatien in Partnerschaft mit Croaticum evaluiert. Damit nicht genug: «In Klärung ist auch eine zusätzliche wöchentliche Charterverbindung ab Zürich in den Norden für einen weiteren Veranstalter.» Näheres lässt sich Hohl nicht entlocken; er hält aber fest, dass Intersky für 2013 eine so starke Charter-/TO-Nachfrage aus der Schweiz wie noch nie zuvor verzeichne. Was für einen Carrier aus dem Euro-Raum nahe der Schweizer Grenze aufgrund des CHF/EUR-Preisgefälles natürlich vorteilhaft ist.

Durch die Expansion in Zürich sowie in Graz selber – es gibt neu auch mehr Verbindungen nach Friedrichshafen – steigert Intersky ihre Produktion des Flugprogramms gegenüber Vorjahr um 38%. Mit der Lieferung der beiden neuen ATR72-600 wird in den nächsten zwölf Monaten ausserdem der Personalbestand von jetzt rund 100 Personen auf 200 Personen verdoppelt. «Gesucht wird derzeit in allen Bereichen, aber vor allem Flugbegleiterinnen», schliesst Hohl. 

Jean-Claude Raemy