Intrepid will seine Marktpräsenz in der Schweiz ausweiten (Ausgabe 2009-28)

Besuch am Hauptsitz des australischen Abenteuerreise-Unternehmens.

Fitzroy ist ein Stadtteil nördlich des Zentrums von Melbourne, welcher
vom ehemaligen Arbeiter- und Studentenviertel langsam zum Trendquartier
für die jungen «Bourgeois Bohèmes» der australischen Metropole mutiert.
Hier liegt der Hauptsitz von Intrepid Travel. Das 20 Jahre junge
Reiseunternehmen beschäftigt inzwischen über 1000 Mitarbeitende, hat
eigene Niederlassungen in 24 Ländern, deckt alle wichtigen Weltregionen
mit eigenen Katalogen ab, erzielte im vergangenen Jahr AUD 124 Mio.
(etwa CHF  108,6 Mio.) Umsatz und beförderte über 80000 Kunden in
90 Länder.

Trotz dieser Grösse ist Intrepid am Boden geblieben. So sehr, dass der
Taxifahrer trotz GPS am Hauptsitz vorbeifährt. Auf einem unscheinbaren
Backsteinhaus voller Graffitis gibt es eine uralte Inschrift «Intrepid»
– witzigerweise auch auf dem Haus gegenüber. Wie sich bald
herausstellt, gibt es noch weitere Häuser in der Nähe, wo die meisten
der total 140 Intrepid-Mitarbeitenden aus Melbourne ihrer Tätigkeit
nachgehen. In der Nähe: Cafés, Klamottenläden, Tattoo-Studios.

Trotz dem unscheinbaren Äusseren sind die Büros gross, freundlich und
leicht chaotisch, wie sich das für einen Abenteuerreise-Anbieter
gehört. Das Büro von Cogründer und CEO Darrell Wade liegt im zweiten
Stock, direkt vor einer grossen Treppe. Der gross gewachsene Australier
will das Interview aber lieber in einem netten Café um die Ecke führen,
beim Verzehr von Burger und Espresso. Wade ist genau so, wie man sich
die Mitarbeitenden – und die Kunden – von Intrepid vorstellt: offen,
humorvoll, unkompliziert. Er ist aber auch bestens informiert über
kleinste Details, ein effizienter Organisator und wohl auch ein grosser
Arbeiter. Wie sonst könnte er sich da drei Monate Ferien im Jahr
erlauben?

Aufsehen in der Schweiz hat Intrepid jüngst vor allem durch die
Übernahme von Suntrek erregt. Grundsätzlich ging es für Intrepid darum,
eine Angebotslücke in Nordamerika zu schliessen. In der Schweiz nun
tritt man als «Intrepid Suntrek» auf. Vertrieben werden die Produkte
derzeit von Skytours, Salinatours, Wettstein, Hotelplan, Kuoni, Knecht
Reisen, Flex Travel und STA Travel.

Intrepid verfügt derzeit bereits über eigene Verkaufs- und
Marketingstrukturen in Australien, Neuseeland, USA, Kanada,
Grossbritannien und Deutschland sowie über
Reiseveranstalter-Tochtergesellschaften in Thailand, Kambodscha,
Vietnam, China, Indien, Nepal, Marokko, Kenia, Südafrika, Peru und den
USA. Wade erzählt auch, dass ihm inzwischen spezialisierte Firmen aus
der Schweiz zum Kauf angeboten werden. Das will er sich in aller Ruhe
ansehen. Es gibt allerdings keine Pläne, eine eigene Verkaufs- und
Marketingfirma in der Schweiz zu gründen, da das kürzlich eröffnete
Büro in Deutschland in Zukunft auch die TO-Partner in der Schweiz
betreuen wird.

Auch im Retailing ist Intrepid immer stärker aktiv. Zurzeit verfügt man
über eigene Reisebüros in Melbourne, Sydney, Perth, Brisbane, Auckland,
London und Bangkok. Was die Schweiz angeht, denkt Wade eher daran,
Intrepids Marktpräsenz mithilfe der aktuellen Vertriebskanäle
auszuweiten. Diskussionen seien eingeleitet.

Per Ende Jahr soll dann auch klar sein, welche Kataloge aus der
Intrepid-Palette in Deutsch in der Schweiz vertrieben werden. Zur
Auswahl stehen, nebst dem bisherigen Nordamerika-Produkt von Suntrek,
folgende Kataloge: Africa, Asia, Australia, Europe, Latin America,
Comfort Adventures, Overland Adventures, Family Adventures und
Volunteering.

Jean-Claude Raemy, Melbourne

The Intrepid Foundation

Intrepid Travel ist äusserst aktiv in den Bereichen Umweltschutz
und rücksichtsvoller Tourismus. Die «Intrepid Foundation» bietet
finanzielle Unterstützung in Höhe von weit über AUD 1 Mio. für
zahlreiche Hilfswerke in den Bereichen Ausbildung, Frauenförderung,
Tierschutz, Kinderschutz, Armutsbekämpfung, Gesundheit, Minenräumung
und allgemeinem Umweltschutz. Infos unter
www.theintrepidfoundation.org.  
JCR